Musik & Party in Berlin

Meshuggah im C-Club

Nur wenige Bands werden von Fans und Kollegen so verehrt wie Meshuggah

MeshuggahIn den 25 Jahren ihres Bestehens haben die fünf Schweden dem Metal einen derart großen Stempel aufgedrückt, dass sich die Frage stellt, wie sich moderne harte Musik wohl ohne sie anhören würde. Die Antwort: weniger tief, weniger komplex, weniger spannend. Als die Band ihr Wirken in Umeе begann, zog sie ihre Einflüsse­ zuvorderst aus Speed- und Thrash-Metal und reicherte diese mit kompliziertesten Jazzrhythmen an. Schwer zu entwirrende Knoten in den Hörzentren dieser Welt waren die Folge. Heute gelten Meshuggah als Urväter dessen, was unter den Etikettierungen Math- und Death­core firmiert. Und nicht nur die Fans, auch andere Künstler zollen ihnen aufgrund ihres technischen Niveaus und ihrer Innovationskraft reichlich Respekt. Tatsächlich ist ihr Sound einzigartig: Dank achtseitiger Gitarren klingen ihre Stakkato-Riffs wie bassige Motorsägen, dazu setzt es dissonante Soli, stoisches Gebell und aberwitzige Tempowechsel, alles vorgetragen in klinischer Präzision.

Regelmäßig tauchen die Mitglieder daher in Ranglisten wie „Die besten Musiker aller Zeiten“ auf, und vielen ist noch immer nicht ganz klar, wie Tomas Haake denn nun diese schlenkernden Doublebass-Figuren im Song „Bleed“ hinbekommt. Selbst Danny Carey, Drummer der nicht minder versierten Tool, erzählte einmal, dass er Probleme habe, das Spiel seines Kollegen zu entschlüsseln. Da erscheint es fast folgerichtig, dass Meshuggah ihr neues Album selbstbewusst „Koloss“ genannt haben. Und es ist einer: mit tonnenschweren Grooves, bei denen der polyrhythmische Teufel allerdings nicht mehr mit dem Vorschlaghammer zuschlägt, sondern sich im Detail versteckt.

Text: Roy Fabian

Meshuggah + Decapitated + CB Murdoc C-Club, Sa 8.12., 20 Uhr, VVK: 20 Ђ zzgl. Gebühr

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