Psychedelic-Pop

MGMT spielen im Huxleys

Musik für die, die tief buddeln: Die Psych-Popper von MGMT versöhnen sich mit ihren WurzelnFoto: Brad Elterman

Zehn Jahre lang haben MGMT versucht, ihren Überhit „Kids“ wieder rückgängig zu machen. Während Bands wie Empire Of The Sun, Passion Pit oder Foster The People den damals völlig neuartigen Indietronic-Sound begeistert aufgriffen und nachahmten, kickten MGMT den Song schon bald rigoros aus ihrer Setlist – sehr zur Verärgerung ihrer Fans.

Seitdem scheint es musikalisch für MGMT hauptsächlich um eines zu gehen: bloß nicht klingen wie damals. Von bizarrem, gitarrenlastigem Psychedelic-Pop ging es zu skizzenhaftem, verschwurbeltem Art-Pop. Auf ihrem neuen, für 2018 angekündigten Album „Little Dark Age“ scheinen sich MGMT nun wieder ein wenig mit ihren Wurzeln und dem kommerziellen Erfolg ihres früheren künstlerischen Schaffens versöhnt zu haben. „Wir wollten einfach nur Leute finden, die – so wie wir – damit aufgewachsen sind, richtig tief zu graben, um die coolste, verrückteste Musik zu finden“, rechtfertigt sich Gründungsmitglied Ben Goldwasser gegenüber einem amerikanischen Magazin. „Wir wollten Musik für die Freaks da draußen machen.“

Die neuen Songs sind strukturierter und eingängiger, haben aber nichts von ihrem Weirdo-Charme und ihrer halluzinierenden Wirkung verloren. Psych-Elemente paaren sich mit langsamen Rock-Jams, pluckerndem Wave und LSD-infiltriertem Singersongwritertum. Dazu gesellen sich schwarzhumorige Texte, – etwa „Go fuck yourself / You heard me right / We‘ll all be laughing with you when you die“ („When You Die“) oder „Might just fuck us over / If we lose our touch, it won’t mean much“ („Hand It Over“) – die sich MGMT von der britischen Punkszene abgeschaut haben. „All ihre Songs handeln davon, wie scheiße das Leben in England ist, aber immer mit einer ordentlichen Portion Humor“, erklärt Goldwasser. Sich einen Spaß zu machen aus Dingen, die wirklich mies laufen, war auch die Idee hinter ihrem Albumtitel „Little Dark Age“. „Der Titel ist negativ“, gibt Sänger Andrew VanWyngarden zu, „aber der Diminutiv signalisiert auch, dass unser Zeitalter nicht permanent dunkel ist.“

Huxleys Neue Welt Di 30.1., 20 Uhr, Hasenheide 107, Neukölln, VVK 29 €