Sport in der Stadt

Minigolf in Berlin – Die besten Bahnen

Kleines Glück: Unser Autor spielt seit vielen Jahren Minigolf. Es ist ein durch und durch demokratisches Spiel. Eine Liebeserklärung an eine unterschätzte Freizeitbeschäftigung

Sascha Rettig

Es ist eine unumstößliche Tatsache unseres Daseins: Wo immer es einen Ball gibt, versuchen Menschen ihn in ein Tor, über ein Netz, in einen Korb oder in ein Loch zu bugsieren. Mit der Hand, mit dem Fuß oder mit einem Schläger. Keine Ahnung, ob das schon einmal jemand tiefenpsychologisch erforscht hat, aber grundsätzlich ist Spielen ja ein untrügliches Anzeichen von Intelligenz: Man macht neue Erfahrungen, trainiert die eigene Geschicklichkeit, lotet Grenzen aus und übt soziale Fähigkeiten im Mit- und ­Gegeneinander.

Es gibt also mehr als einen guten Grund Minigolfspielen zu gehen. Und das tun viele Leute mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen: vom sommerlichen Wochenendvergnügen mit Kind und Kegel bis zum Turniersport. Im Gegensatz zum klassischen, zunächst von Aristokraten (viel Geld, viel Platz, wenig zu tun) gespielten Golf ist ­Minigolf ein durch und durch demokratisches Spiel: Schon für 3,50 Euro kann sich hier jeder auf der Bahn versuchen. Man muss keinen Grundkurs in Snobismus absolviert haben und nicht endlos üben, um überhaupt mal auf das heilige Grün gelassen zu werden. Rückenschmerzen bekommt man vom Abschlagsschwung auch nicht. Nur das Ärgern über die eigene Un­fähigkeit ist das gleiche.

Wer Minigolf erfunden hat, liegt im ­Dunkeln. Das „große“ Golf, dem es als verspielte Variante entsprang, ist seit dem aus­gehenden Mittelalter belegt und stammt in seiner heute gespielten Variante aus Schottland. Minigolf kennt man als Freizeitvergnügen aus Großbritannien und den USA erst seit den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts; in die genormten Bahnen eines Turniersports lenkte es der Schweizer Gartenarchitekt Paul Bongni in den 50er-Jahren. Der Sammelbegriff Minigolf umfasst heute eine Reihe verschiedener Arten des Bahnengolfs, von denen man zumindest die zwei am häufigsten vorkommenden Versionen von­einander unterscheiden können sollte.

Minigolf wird auf zwölf Meter langen Bahnen mit genormten Hindernissen in einer bestimmten Reihenfolge gespielt; die Bahnen sind aus Beton und können betreten werden, was insbesondere beim Spiel mit Kindern von Vorteil sein kann. Beim Miniaturgolf sind die Bahnen mit 6,25 Meter deutlich kürzer und auch schmaler, sie bestehen aus Eternit/­Faserzementplatten, die nicht betreten werden dürfen, da sie sonst brechen könnten. Die Hindernisse sind bei den meisten Bahnen dieser Art ähnlich (aus 25 möglichen Hindernissen können 18 ausgewählt werden), müssen jedoch nicht immer in der gleichen Reihenfolge vorkommen.
Egal, wofür man sich letztlich entscheidet, es gibt Kriterien, an denen man jenseits eines ordentlichen Pflegezustands eine akzeptable Anlage erkennen kann: Einen Schläger passend zur eigenen Körpergröße und wenigstens vier Bälle von unterschiedlicher Beschaffenheit sollte man zum Spielen schon bekommen. Nur mal so am Rande: Turnierspieler haben mehrere hundert Bälle – für jede Anlage, jede Bahn und jede Witterung immer den richtigen. Und diese Leute schaffen beim Miniaturgolf jede Bahn mit einem einzigen Schlag.

Davon kann man als Laie natürlich nur träumen. Als reiner Hobbyspieler ist man schon gut dabei, wenn man mal ein Ergebnis von unter 40 Schlägen schafft – das sind immerhin kaum mehr als zwei pro Bahn. Wer Spaß am Minigolfspielen findet, sucht die Herausforderung allerdings irgendwann nicht mehr darin, nur besser als die jeweiligen Mitspieler oder Mitspielerinnen abzuschneiden. Sondern darin, das eigene Ergebnis stetig zu verbessern.

Sascha Rettig

Dazu benötigt man zwar eine gewisse Ambition – Üben hilft bei einem Präzisionsspiel immer –, aber keine Verbissenheit: Über sich selbst und die eigene Ungeschicklichkeit zu lachen, sollte schon noch drin sein. Sonst ist der Spaß bald vorbei. Trotzdem lernt man beim Minigolf auch viel über die eigene Frustrationstoleranz. Denn es gibt immer mindestens eine Bahn, die man nicht hinbekommt. Und das Fiese ist: Das muss nicht unbedingt jedes Mal dieselbe sein.Ein ­bislang gutes Ergebnis kann man auch auf der achtzehnten Bahn noch total versemmeln. Daraus muss man dann positive Energie schöpfen: Beim nächsten Mal geht es bestimmt besser. Oder auch nicht.

Infos
Die Website des Deutschen Minigolfsport Verbandes (www.minigolfsport.de) weist in einem Minigolf-Atlas 24 Minigolfsportanlagen für Berlin aus. Kuriositäten wie 3-D-Schwarzlichtminigolf (eignet sich am besten für einen unter Drogen gesetzten Kinder­geburtstag) oder Kunstinstallation goes Minigolf (auf dem ­Tempelhofer Feld, nuture-art.de) bleiben dabei ­allerdings außen vor. Die verschiedenen Typen der Bahnen sind allesamt säuberlich aufgeführt; auch ob sie für den Turnierbetrieb zu gelassen sind oder nicht, kann man hier erfahren.

Öffnungszeiten
Die meisten Anlagen sind von April bis Anfang Oktober geöffnet, überwiegend jeweils ab dem frühen Nachmittag. Es gibt Anlagen mit Ruhetagen. Bei schlechtem Wetter ist geschlossen, bei wechselhaftem Wetter lohnt ein vorheriger Anruf. Bei manchen Anlagen dürfen Kinder erst ab 6 oder ab 8 Jahren auf die Bahn, auch hier sollte man nachfragen.

Adressen

Schwarzlicht Minigolf Berlin
Görlitzer Str. 1, 10997 Berlin

Nuture Mini ART Golf Berlin – Minigolf als Kunstpark –
Columbiadamm 79, 10965 Berlin

Dockx 3D Schwarzlicht-Minigolf Berlin
Ordensmeisterstraße 1-3, 12099 Berlin

Minigolf am Insulaner
Munsterdamm 92, 12169 Berlin

Minigolf
Carl-Herz-Ufer 34, 10961 Berlin

Minigolf Britz
Buschkrugallee 170, 12359 Berlin

Minigolfplatz Hasenheide
Hasenheide 81, 10967 Berlin

Minigolf Blütenachse
Kol. Zur Windmühle 399, 12349 Berlin

Hertzberg Golf
Sonnenallee 165, 12059 Berlin

Minigolf am Gemeindepark Lankwitz
Paul-Schneider-Straße 52-58, 12249 Berlin

Karin Plura Minigolf und Imbiss
Am Schäfersee, 13407 Berlin

Minigolf und Bootsvermietung Mühl
Am Tegeler Hafen, 13507 Berlin