Babylon-Berlin Prequel

„Moabit“ von Volker Kutscher und Kat Menschik

Kat Menschik illustriert Volker Kutschers „Moabit“

Kat Menschik

Kaum hat sie ihr Abitur gemacht, stürzt sie sich ins Berliner Nachtleben. Tagsüber muss sie noch zum Schreibmaschinenkurs, doch irgendwann will sie studieren. Nicht ganz üblich in den 1920er-Jahren als Arbeiterkind. Doch Charlotte Ritter ist kein gewöhnliches Mädchen. In Volker Kutschers Krimi-Serie um den Kriminalkommissar Gereon Rath, die Tom Tykwer gerade aufwendig als Fernsehserie „Babylon Berlin“ adaptiert hat, ist Charly Raths große Liebe. In dem schmalen Bändchen, von Kat Menschik grandios mit orange-blau-braunen Motiven im Stil der Zwanziger illustriert, erzählt Kutscher die Vorgeschichte seiner weiblichen Hauptfigur.
Lotte ist eine selbstbewusste junge Frau, die in Moabit aufwächst und ihren Weg sucht, zugleich aber auch gute Tochter sein will. Als ihr Vater, der als Wärter im benachbarten Gefängnis arbeitet, in ein Attentat verwickelt wird, gerät ihre Welt aus den Fugen. „Moabit“ ist eine bildschöne Publikation, die als Ergänzung oder als Einführung in die Serie funktioniert und erschien in Kat Menschiks wunderbarer Reihe „Lieblingsbücher“. Bislang waren das Huldigungen an Klassiker wie Kafka, Shakespeare oder E.T.A. Hoffmann, erstmals nahm sich die Berliner Grafikerin jetzt einen lebenden Autor vor.

Moabit von Volker Kutscher und Kat Menschik, Galiani Berlin, 90 S., 18 €

Buchpremiere: Kino International, Karl-Marx-Allee 33, Mitte, Do 19.10., 20 Uhr (Lesung, Film+Konzert), VVK: 15 €

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