Thriller

„Mr. Long“ im Kino

Im Neon-Licht Taipehs beginnt eine Gangstergeschichte, die rasch über sich hinauswächst. Im Zentrum steht ein wortkarger Mann (Taiwan-Star Chen Chang), der mit scharfer Klinge Leben beendet

Foto: Rapid Eye Movies

Schnell, konzentriert und hocheffizient. Für einen Auftrag reist Long nach Japan und – scheitert. Der Verwundete landet in einem Elendsviertel Tokios. Mitten im Dreck hausen Junkies wie Lily, die einen kleinen Sohn hat. Er wird Mr. Long aufpäppeln, lässt ihn Suppen kochen, deren Original-Taiwan-Noten zu Begegnungen mit Taiwanesen führen. Aus Mr. Long wird ein Koch mit fahrbarer Suppenküche. Und ­nebenbei zwingt Long Lily zum kalten Entzug.
Ihren Abstieg erzählt Sabu in Rückblenden und schließt dabei manchen Kreis. Er lässt mit „Mr. Long“ mitten im Elend etwas Huma­nität keimen. Die bedingungslose Zuneigung und Menschlichkeit wird Long entwaffnen und ihn mit lang negierten Emotionen konfrontieren. Aus Grau- und Blau­tönen malt er subtile lebensechte Bilder, spart sich Geschwätzigkeit und setzt auf beeindruckende Charaktere: ­einen kleinen Jungen und einen großen Killer.

Mr. Long J/HK/CN/TW/D 2017, 129 Min., R: Sabu, D: Chen Chang, Sho Aoyagi, Yiti Yao,Runyin Bai, Start: 14.9.

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