Kultur & Freizeit in Berlin

Neu: Berliner Fahrradmarkt

Am Samstag (25.4.) startet auf dem Civili-Gelände in Berlin-Kreuzberg endlich der erste Markt rund um den Drahtesel.

Drahtesel

Die Idee, in Berlin einen Markt nur für Fahrräder zu veranstalten, habe er schon seit mehreren Jahren im Kopf, verrät Lars Kriener. Jetzt startet er endlich: Am Samstag, 25.4., auf dem Civili-Gelände in Kreuzberg. Die Location für den Fahrradmarkt konnte Kriener mit Hilfe des Sport-, Bildungs- und Kulturzentrum Naunynritze gewinnen.
Als langjähriger Sozialarbeiter im Kiez sieht er den Bedarf, die Sozialarbeit vor Ort noch zu erweitern und langfristig zu sichern. Mit dem Berliner Fahrradmarkt will er dafür einen Rahmen schaffen. Der Markt soll also in erster Linie dem Kiez was bringen.
Besucher werden deshalb auch vergeblich nach den für Berliner Märkte gewöhnliche Food-Trucks suchen – alle Essensangebote auf dem Markt werden von den Anwohnern selbst angeboten.
Auch umliegende Fahrradläden beteiligen an dem Markt. Manche sponsern Fahrradschläuche, andere bieten ihre Schraub- und Mechaniker-Erfahrungen an. Auf diese Weise will Kriener auch gegen die Wegwerf-Mentalität in der Gesellschaft vorgehen. „Früher war es gang und gebe, sein Fahrrad selbst zu reparieren, wenn etwas kaputt gegangen ist. Heute reicht schon ein kleines Loch im Schlauch, damit er weggeschmissen wird. Dabei ist das Flicken gar nicht schwer.“
Wer sein Fahrrad auf dem Markt verkaufen will, sollte allerdings daran denken, die Kaufunterlagen des Fahrrads und seinen eigenen Ausweis zum Markt mitzunehmen. Denn nur mit diesen Unterlagen kann ein Kaufvertrag aufgesetzt werden – und dieser ist auf dem Berliner Fahrradmarkt Voraussetzung. So soll verhindert werden, dass der Markt von geklauten Fahrrädern überlaufen wird. Außerdem soll für jedes angebotene Fahrrad eine Mängelliste ausgefüllt werden. So sollen die Käufer auch wirklich wissen, woran sie sind und was die Zweiräder wert sind.
Alte Drahtesel, die für den Verkauf nicht mehr geeignet sind, bei denen sich aber auch eine Reperatur nicht mehr lohnen würde, können hier auch abgegeben werden. Sie werden dann an soziale Projekte wie BikeAid oder die Faradgang weitergegeben. Beide Projekte helfen Flüchtlingen, sich aus alten gespendeten Fahrradteilen, eigene Fahrräder zusammen zu bauen oder zeigen Jugendlichen, wie sie ihre Zweiräder selbst reparieren können.
Auch Künstler, die rund um’s Fahrrad arbeiten, werden auf dem Markt vertreten sein und den Besuchern zeigen, wie aus alten Fahrradteilen zum Beispiel Lampen und Skulpturen, aus alten Fahrradreifen Gürtel oder Taschen werden.

Text: Juliane Fiegler

Foto: Erich Westendorf / pixelio.de

Berliner Fahrradmarkt, Civili-Park, Waldemarstraße 54, Kreuzberg, 9-17 Uhr

www.berlinerfahrradmarkt.de

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