Kultur & Freizeit in Berlin

Neue Bücher für Kinder und Jugendliche

Berlin hat literarisch auch für Kids und Teens viel zu bieten. Wir haben unsere­ liebsten brandneuen Berlin-Bücher ­zusammengestellt, mit denen sie die Stadt neu entdecken können

Neue Bücher für Kinder und Jugendliche
Illustration: Zurab Sumbadze

Ferienzeit ist Strandlektüre-Zeit. Aber auch wer in Berlin geblieben ist, kann den Zauber der Großstadt frisch erfahren. Dabei helfen auch Geschichten, die hier spielen. So erstrahlen altvertraute Ecken in neuem Glanz, es fallen einem plötzlich Details auf, die man aus den Büchern wiedererkennt, und der eigene Kiez wird zum Abenteuer-Areal. Schon vielen Eltern hat Erich Kästner dieses Vergnügen bereitet. Der gilt ja nicht nur als Vater der deutschen Kinder- und Jugendliteratur – mit „Emil und die Detektive“ hat er darüber hinaus eben dieses völlig neue Genre begründet: das Berliner Kinderbuch. Geschichten über Kinder für Kinder haben seit Kästners Schaffenszeit Tradition.

Ob nun ein spannender Abenteuerroman, die mit kniffligen Rätseln gespickte Krimireihe oder eine joviale Liebesstory aus dem Kiez – die deutsche Bundeshauptstadt hat für jedes Alter viel interessanten Lesestoff zu bieten. Eine Freude auch für die Ferienzeit! Wer museumsliebende oder museumsgelangweilte Kinder auf eine spannende Spurensuche zur Museumsinsel schicken will, dem kann man Andreas Steinhöfels „Beschützer der Diebe“ unbedingt empfehlen: Drei Kinder werden Zeugen einer Entführung und beschließen, ein noch viel größeres Verbrechen zu vereiteln. Ein Krimi für Kinder, mitten in Berlin, packend, aber kindergerecht geschrieben. Im Gespräch mit dem tip beschreibt Steinhöfel, der Star aus der Jugendbuchszene, Berlin so: „Du hast Kinder ?mit Migrationshintergrund und aus allen möglichen Familienkon­stellationen, das heißt, im Prinzip kannst du da jede Geschichte spielen lassen. Berlin ist sozusagen der Mi­krokosmos der Welt.“ Große Worte. Aber Steinhöfel macht aus dem Berliner Setting tatsächlich große Jugendliteratur. Wenn wir schon beim Thema Museum sind: „Berlins Geschichte für Kinder“ von Gunnar und Magdalena Schupelius macht aus dem sonst für Kinder eher faden Thema Stadtgeschichte eine lebendige Zeitreise. 64 Seiten voller bunter Bilder und Illustrationen veranschaulichen die ereignisreiche und vielfältige Vergangenheit Berlins. Geschichte kann also auch Kindern Spaß machen. Seinen Berliner Traum zu leben – darum geht es der jungen Zara. Es muss ja nicht immer Bushido-Gangster-Rap sein: „Zara – Alles neu“ von Ulrike Schrimpf erzählt die Geschichte einer elfjährigen Berlinerin, die sich ganz ihrem Traum verschrieben hat, Rapperin zu werden – und das ohne Diss oder Beef. Dieses Buch zeigt HipHop wirklich schul- und kindertauglich.

Etwas härter geht es zu bei „Die Schattenbande legt los“ von Frank M. Reifenberg und Gina Meyer, sozusagen die Kinderversion des „Blutsbrüder“-Bestsellers. Erzählt wird die Geschichte von vier Berliner Waisenkindern, die im schwierigen Straßenleben der späten 1920er-Jahre ­beweisen, dass Not zusammenschweißt. Das Buch ist mehr als nur ein Kinderkrimi: eine Hommage an Freundschaft und Hingabe. Nach so viel Ferienlektüre sieht man Berlin wahrlich mit einem verwandelten Blick.

Text: Dorian Urbanowicz

Beschützer der Diebe Carlsen, 304 S., ab 10 J., 5,99 Euro
Berlins ­Geschichte für Kinder Berlin Story Verlag, 64 S., ab 7–12 J., 14,95 Euro
Zara – Alles neu Aladin, 240 S., ab 10 J., 11,90 Euro
Die Schattenbande legt los bloomoon, 240 S., ab 10 J., 12,99Euro

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