Neuer Kultursenator: Durchwurschteln bis zur Wahl

Welche Wurschtigkeit! In dieser Legislaturperiode ist nun bereits der dritte Kultursenator im Amt. Viel war von ihm noch nicht zu hören, und das wird wohl so bleiben, weil sich dieser Senat bis zur Wahl durchwursteln will, statt sich zu schämen für Stümperei und Filz in den Amtszeiten von Joe Chialo und Sarah Wedl-Wilson, statt zu bekennen: Liebe Bürger und Bürgerinnen, wir haben Mist gebaut, wir wollen es besser machen. Kultur, das Pfund der Hauptstadt? Dass wir nicht lachen.
Und der Kunstbetrieb? Wurstelt vor sich hin. Dünnt wegen leerer Kassen den Ausstellungstakt aus, bietet eine Lesegruppe, Teezeremonie oder Workshops mit künstlerisch aufgeladener Ergotherapie an. Wenn wir im Großen nichts bewegen, erfahren wir wenigstens webend und flechtend Selbstwirksamkeit. Nein, stimmt nicht ganz.
Die Akademie der Künste gehört zur Zeit zu den wenigen Institutionen in der Stadt, die den Themenbogen weit spannen. Ihr Team kündigt, gemeinsam mit dem Lobbybündnis Rat für die Künste, ein Gespräch am 11. Juni mit „Berliner Spitzenkandidat*innen“ an, zu der Frage: „Was ist Berlin die Kultur wert?“ Der Titel thematisiert Geld genauso wie politischen Status. Der Termin liegt lang genug vor der Wahl, damit Kandidat:innen Positionen überdenken können. Solche Veranstaltungen brauchen wir: zur Zukunft der Stadt, die eben nicht Wurst ist.