Kultur & Freizeit in Berlin

Niederungen des Berliner Fußballs

Hertha BSC oder Union sind ihnen schnurz. Die wahren Berliner Fußballfans gehen zu ihren Vereinen in die fünfte, sechste Liga. An jedem verdammten Wochenende. Dorthin, wo der Sport kein großer ist, aber ein ehrlicherer.

Niederungen des Berliner Fußballs

Der Sinn des T-Shirt-Spruchs erschließt sich nicht auf den ersten Blick. „TeBe-Fans gegen Fußballfans“, steht in Weiß auf Lila quer über der Brust eines Mannes um die 30. Der steht im Fanblock des Fußballvereins Tennis Borussia Berlin, den alle hier nur „TeBe“ nennen.
Es ist ein Samstag Mitte August, kurz nach 14 Uhr. Die Sonne knallt vom Himmel. Und der Typ mit dem T-Shirt in den Vereinsfarben lächelt. Heute ist Saisonstart.
Für Tennis Borussia heißt das ab dieser Spielzeit wieder: Oberliga Nordost. TeBe startet als Neuling in der Klasse, ist gerade aufgestiegen. Als Meister der Berlin-Liga in der vergangenen Saison.
„Als Berliner Meister“, wie Hans sagen würde. Nein, er würde es eher raunen: anerkennend, geradezu voll Ehrfurcht. Aber Hans ist an diesem Samstag nicht beim TeBe-Spiel. Sein Fußball-Herz schlägt für Tasmania Berlin. Und die spielen erst am Sonntag – und eine Klasse tiefer. Nämlich in besagter Berlin-Liga. Und Hans, der seinen Nachnamen lieber für sich behalten will, aber immerhin verrät, dass er 53 Jahre alt ist, mag diese Liga. Vielleicht liebt er sie sogar. „Früher“, sagt er und hält kurz inne, um dem Zuhörer deutlich zu machen, dass nun eine große Offenbarung folgen wird, „früher spielte der Berliner Meister mit um die Deutsche Meisterschaft.“
Das ist richtig. Aber dieses Früher liegt auch mehr als ein halbes Jahrhundert in der Vergangenheit.
Der SV Empor Berlin hieß zu dieser Zeit noch Betriebssportgruppe (BSG) Empor Nord Berlin, später dann BSG Empor HO Berlin, und spielte auf der Ostseite der Berliner Mauer. „HO“ stand für „Handels­organisation“: ein Einzelhandels­unternehmen, das in der DDR von Lebensmitteln über Kleidung so ziemlich alles vertrieb, dazu unter anderem noch Hotels bewirtschaftete und sich vor allem „volks­eigen“ nannte. In der DDR eine Umschreibung für „staatlich“.
„Damals war der Verein nicht sonderlich beliebt“, sagt Ralf Rajemann. Der 52-Jährige spricht diese Worte an einem Donnerstag­abend am Spielfeld­rand im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in der Cantian­straße, nahe Mauerpark und U-Bahnhof Eberswalder Straße. Hier bestreitet der SV Empor Berlin, wie der Verein seit 1990 heißt, im sogenannten „kleinen Stadion“ gegen die VSG Altglienicke das Eröffnungsspiel der neuen Saison.
Seit acht Jahren spielt Empor in der Berlin-Liga. Und seit acht Jahren steht Ralf Rajemann, der als Bäckermeister seine (Achtung, das Wortspiel muss sein) Brötchen verdient, bei jedem Empor-Spiel am Spielfeldrand.
Der Mann im lila-weißen T-Shirt bei TeBe, der die Historie bemühende Hans bei Tasmania und Rainer Rajemann bei Empor – sie sind grundverschieden. Und doch teilen sie eine gemeinsame Leidenschaft: Woche für Woche unterstützen sie ihren Fußball­verein, und zwar in der fünften beziehungsweise sechsten Liga. Alle drei würden jederzeit eine Partie ihres Clubs dem Besuch eines Bundesligaspiels bei Hertha BSC oder in der zweiten Liga bei Union Berlin vorziehen. Und sie sind damit nicht allein, auch wenn sie alle unterschiedliche Motive haben. Bleibt die Frage: Warum tun diese Leute das alles bloß?
Sicher: Auch in der sechsthöchsten Spielklasse Deutschlands, die sich in der Hauptstadt Berlin-Liga nennt, liegt die Betonung beim Fußball auf dem Wort „Spiel“. Hier findet kein zumeist überaus rustikaler Kreisklassen-Kick statt. Ab und an ist sogar etwas zu erkennen, was Fachleute „eine taktische Handschrift des Trainers“ nennen. Dennoch sind Tempo und Intensität natürlich nicht vergleichbar mit dem Profifußball. Das Niveau ist ein anderes. Und das gilt auf wundersame Weise auch für große Teile der Anhängerschaft. Nur im umgekehrten Sinn.
Damit soll nicht gesagt sein, dass bei den Proficlubs der Hauptstadt im Olympiastadion (bei Hertha) oder im Stadion An der Alten Försterei (bei Union) ausschließlich Fans sitzen, die im besten Fall von sehr schlichtem Gemüt und im schlimmsten gewaltbereit sind. Nein, das ist bei Weitem nicht so, natürlich. Aber es gibt sie dort eben auch, die Idioten. Und ob der Gesamtmasse meist auch in größerer Anzahl. Und das ist einer der Gründe, warum so mancher Fußballfan sich nach einer Alternative in den unteren Ligen umgesehen hat.
„Wenn ich zu einem Hertha-Spiel fahre, bekomme ich schon in der S-Bahn zu viel“, sagt beispielsweise Philip Meinhold. 18 seiner 44 Lebensjahre geht er nun bereits als glühender Anhänger von Tennis Borussia durch die Welt. Das erste Mal fand er in der Saison 1997/98 gemeinsam mit einem Freund den Weg ins Mommsen­stadion, direkt hinter dem Messegelände. Der Journalist und Autor erinnert sich noch genau an die Sätze, die er seinem Kumpel nach dem Spiel damals gesagt hat: „Wir müssen echt aufpassen. Ich weiß, wie das endet: Irgendwann kommen wir zu jedem Spiel – und dann fahren wir auch noch auswärts mit.“
Es waren prophetische Worte. „Genau so ist es gekommen“, sagt Meinhold heute und grinst dabei.
Christoph Biermann (54), Mitglied der Chefredaktion des Fußball-Fachmagazins „11 Freunde“ und Verfasser von zig Artikeln und mehreren Büchern zum Thema Fankultur, sagte dazu mal: „Fußball im Fernsehen ist für den echten Fan wie Methadon. Die wahre Droge gibt es nur im Stadion.“
Niederungen des Berliner FußballsWobei diese Diagnose auf Meinhold nicht zutrifft. Er formuliert in diesem Zusammenhang einen fast schon fußballphilosophischen Satz: „Ich interessiere mich nicht für Fußball. Ich interessiere mich für TeBe.“ Dahinter steckt in diesem besonderen Fall viel mehr, als zunächst vermutet werden könnte. Denn es gibt so einiges, für das man sich bei TeBe interessieren kann – und das auf den ersten Blick so gar nichts mit Fußball zu tun zu haben scheint. Oder anders: TeBe ist wahrlich ein besonderer Fall. Doch dazu kommen wir noch.
Bei Ralf Rajemann ist die Sache anders gelagert. Er wurde nicht einfach zum Fan, er wurde quasi als Fan geboren, und zwar in Prenzlauer Berg, Anfang der 1960er-Jahre. „Auf diesem Platz hier hatten wir Schulsport, ich habe mein ganzes Leben rund um das hier verbracht“, sagt er und rudert dabei mit den Armen einmal um sich herum. Dann blickt er zurück auf das Spielfeld, auf dem gerade sein Sohn Steven für Empor gegen Altglienicke eingewechselt wird.
Für den 28-jährigen Steven geht Martin Kempter (23) vom Feld. Auch sein Vater Rainer steht am Spielfeld­rand. Direkt neben Ralf. Bei Wind und Wetter sei er da, sagt Rainer: „Im Herbst bei Regen, und im Winter bei minus zehn Grad im Pelzmantel – ich bin immer bei Empor.“ Heute mal im kurzärmeligen Hemd: An diesem August-Abend zeigt das Thermometer gut 25 Grad im Schatten. Und Altglienicke hat gerade das 5:1 erzielt. Es ist kein schöner Spieltag für Empor.
Kurz nach Abpfiff stehen Rainer und Ralf mit jeweils einem Bierbecher in der Hand beieinander und analysieren das Spiel. Ralfs Tochter Sabrina fachsimpelt mit. Die 31-Jährige kommt auch, sooft sie kann. Alle paar Sekunden gesellt sich jemand zu den dreien, sagt kurz „Hallo“ oder Sätze wie „Na ja, nächstes Mal läuft’s wieder besser“ und „Altglienicke ist auch kein Maßstab, die sind ja Meisterschafts­favorit“ und schlendert weiter. 166 zahlende Zuschauer waren zum Auftaktspiel da. Das ist viel für Empor. „In der Regel kommen um die 50“, sagt Rainer.
Wohl auch deshalb umschreibt Ralf Rajemann sein Empor-Gefühl als „freundschaftlich-familiär“ und lächelt dabei: „Leute wie den Rainer habe ich ja erst hier kennengelernt. Den sehe ich jetzt 34 Mal im Jahr – an jedem Spieltag. Und mittlerweile treffen wir uns auch in der Sommerpause. Da sind Freundschaften entstanden.“ Gemeinsam begleiten sie den SV Empor durch die Stadt. Nach Staaken, Mahlsdorf, Hermsdorf, Rudow – oder nach Neukölln.
Dort, im Werner-Seelenbinder-Sportpark zwischen Tempelhofer Feld und Hermannstraße, befindet sich die Heimstätte von Tasmania Berlin. Der Club schrieb einst Bundesliga-Geschichte – als schlechtester Verein in der höchsten deutschen Spielklasse. 1965/66 wurde Tasmania Letzter in der ersten Liga, mit dort nie wieder erreichten 28 Niederlagen in 34 Spielen, bei nur zwei Siegen und vier Unentschieden – und einem traurig-grotesken Torverhältnis von 15:108.
Doch „dieses“ Tasmania gibt es nicht mehr. Der Verein wurde 1973 aufgelöst, der „neue“ – Tasmania 1973 – gleich im Anschluss gegründet. Acht Jahre, bevor Thomas geboren wurde, der heute mit etwa einem guten Dutzend anderer „Tasmanians“ (so sprechen TeBe-Fans anerkennend über die Tasmania-Anhänger) den Club durch die sechste Liga begleitet.
Wie die anderen Fans verschweigt auch er zwar seinen Nachnamen, nicht aber, warum er und 15 weitere Männer „über 30, wir sind keine Studenten-Fraktion“ (Thomas) an diesem Sonntag beim Spiel gegen den 1. FC Wilmersdorf Sprechchöre anstimmen wie „Tasmania fantastica“, auf die Melodie der italienischen National­hymne. „Ich will Fußball sehen! Richtigen, echten Fußball“, sagt Thomas. „Das Ganze mit der Bundesliga und so, das ist doch mit der WM 2006 zu so ’nem Event-Ding geworden. Ich wollte zurück zu den Wurzeln.“ Zurück zu den Graswurzeln, sozusagen.
Und die liegen bei den Fans von Tasmania in Neukölln ganz offensichtlich sehr weit links. Der nächste Fan­gesang wird angestimmt. Auf die Melodie des italienischen Partisanen- und späteren Arbeiterkampf-Klassikers „Bella Ciao“ singt die Gruppe „Wir sind da, wir sind da – für Tasmania“.
Ein paar mitgekommene Freunde und Verwandte der Wilmersdorfer Kicker schauen erst etwas irritiert, lächeln dann aber. So richtig wundert sich der Gäste-Anhang nicht mehr über das bunte Häufchen, das bereits zu Spielbeginn das Transparent „Refugees welcome“ („Flüchtlinge willkommen“) entrollt hat. Und das meinen die Tasmanians auch ernst: Wie zu jedem Heimspiel haben sie auch gegen Wilmersdorf Flüchtlinge aus einer benachbarten Unterkunft für Asylsuchende zum Spiel eingeladen.
„Wir sind Kiez“, sagt Uwe dazu. Der 43-Jährige hat von der F- bis zur A-Jugend selber für Tasmania gespielt. Mittlerweile gehört er seit Jahren zum treuen Kern der Anhängerschaft: „Wir treffen uns hier als kleine Gruppe und verwirklichen uns selber. Und wir nutzen das, um Werbung für Neukölln zu machen.“ Die Mannschaft trägt an diesem ersten Spieltag der Berlin-Liga-Saison 2015/16 ihren Teil zur ungewöhnlichen Kiez-Promotion bei und schlägt Wilmersdorf mit 3:1.
Niederungen des Berliner FußballsAls Nächstes folgt ein weiteres Heimspiel, bevor Tasmania auch „reisen“ muss, wie im Fußball-Jargon die Fahrten zu Auswärtsspielen auch dann beschrieben werden, wenn mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gerade mal eine Handvoll Stationen zurückgelegt werden müssen. „Auswärts mit der U-Bahn“, fasst Tasmanian Martin (33) das kurz zusammen: „Das ist auch geil.“
Die Einteilung der Liga ermöglicht es den Fans – anders als in der Bundesliga –, bei wirklich jedem Spiel der Saison dabei zu sein. Und es hat noch einen Neben­effekt, erläutert Thomas: „Es ist einfach geil, über die Plätze zu fahren. Da lernt man Berlin kennen. Und da sind so geile Plätze dabei. Letztes Jahr in Gatow zum Beispiel – leider sind die abgestiegen.“
Stimmt: Den SC Gatow ereilte damit dasselbe Schicksal wie den FC Internationale aus Schöneberg und den SV Sparta Lichtenberg. Der FC Inter, wie der Schöneberger Club sich selbst abkürzt, wird den Tasmanians wohl fehlen. Beide Anhängerschaften eint ihr „Nein zum Rassismus“, das sich beim FC Internationale auch direkt auf der Startseite der Homepage befindet. Schon sein Motto „Fußball ohne Grenzen“ sendet eine eindeutige politische Botschaft aus.
Der SV Sparta Lichtenberg wiederum wird vielleicht nicht Tasmanias Fans selbst, aber eventuell doch der Berlin-Liga insgesamt fehlen: Mit den beiden DJs Paul Kalkbrenner und K-Paul kicken bei Sparta im Seniorenteam „über 32 Jahre“ nämlich mittler­weile zwei Promis, die es Anfang August geschafft haben, an die 5.000 Menschen auf die Sport­anlage des Clubs nach Lichtenberg zu locken. Allerdings nicht zu einem Fußballspiel, sondern zu einem Konzert.
Im Rahmen der sogenannten DFB-Ehrenrunde, bei der Sparta für einen Tag den original WM-Pokal ausstellen durfte, den die National­elf vergangenes Jahr in Brasilien gewann, feierte der Verein ein riesiges Fest. Auch hier wurden unter anderem die Bewohner der nahe gelegenen Not­unterkunft für Flüchtlinge eingeladen.
Bei Tennis Borussia geschieht das bei jedem Heimspiel. Und zu denen kommen außer den Asylsuchenden zwar nicht Tausende, aber immerhin stets mehrere Hundert Anhänger. Auch auswärts kann sich das Team auf die Fan-Unterstützung verlassen. Ab dieser Saison eben in der fünft­höchsten Klasse, der Oberliga. Aber der enorme Support fand bereits in der Berlin-Liga statt. Zum Spitzenspiel gegen Tasmania kamen am 30. Spieltag der abgelaufenen Saison 2.000 Menschen ins Mommsen­stadion – für die sechste Liga ist das mehr als rekordverdächtig.
Was die meisten Anhänger an TeBe schätzen, fasst Constanze aus Kreuzberg so zusammen: „Kein Macker-Getue und sexistisches Gehabe wie sonst beim Fußball.“ Die 31-Jährige bringt klar auf den Punkt, was TeBe ausmacht: „Fußball ist Teil der Gesellschaft – und damit ist er politisch.“ Und das wird bei TeBe nicht versteckt. Es ist Teil der Fankultur.
Bandenwerbung für Pro Asyl oder für die mittlerweile bundesweit agierende Aktion „Fußballfans gegen Homophobie“, die im Sommer 2011 von TeBe-Anhängern ins Leben gerufen wurde, zeugen davon. Außerdem selbst­ironische „Schlacht“-Rufe wie „Auf geht? s, TeBe – kuscheln und lieben“ statt des sonst in Stadien üblichen martialischen „Kämpfen und siegen“. Der jüdischen Tradition des Vereins wird unter anderem mit dem Fangesang „Hevenu Shalom für TeBe“ Ehre erwiesen. Und eine Ultra-Bewegung – also Hardcore-Fans wie in anderen Vereinen – gibt es erst gar nicht.
„Ich brauche niemanden, der im Stadion mit einem Megafon auf dem Zaun sitzt und mich anbrüllt, was ich nun zu singen habe“, sagt Kevin Kühnert dazu. Bei Hertha oder Union ist das im Fanblock so üblich. Der 26-jährige Kühnert studiert Politik, ist zudem Berliner Landesvorsitzender der Jusos und sitzt im TeBe-Aufsichtsrat. Vor allem aber ist er Fan von Tennis Borussia, seit „ich vor zehn Jahren beim Aufräumen im Schrank einen alten Vereins­schal gefunden habe, den ich von meinem Opa hatte„.
Für Kühnert verkörpert der Verein ein Lebensgefühl: „Leute gehen nicht in der fünften oder sechsten Liga Fußball gucken, weil da Messi spielt, sondern weil sie sich drumherum wohl­fühlen – ganz ohne die Bollo-Prolls in anderen Stadien.“
Aus diesem Grund ist auch Stephan Töpper immer noch dabei. „Ich habe einige Abstiege mit TeBe mitgemacht. Irgendwann dachte ich schon: Jetzt kann ich selber mitspielen“, sagt der 44-Jährige, der in seinem Leben jenseits von TeBe in der Presse­stelle der Freien Universität Berlin arbeitet: „Aber irgendwie kommt man dann doch immer wieder. Und jetzt bin ich auch schon dreimal wieder aufgestiegen.“
Und das Phänomen TeBe hat sich herumgesprochen: Der Club und seine Fans sind mittlerweile sehr beliebt in den unteren Klassen. „Fast jeder freut sich auf uns, denn wir bringen auch in der sechsten Liga zu Auswärtsspielen 300 Leute mit“, sagt Philip Meinhold nicht ohne Stolz. Und Stephan Töpper fügt hinzu: „Nur zum Auswärtsspiel beim BFC Dynamo II im vergangenen Jahr waren wir weniger.“ Der Ruf des früheren DDR-Serienmeisters ist nicht der beste: Teile der Fan-Szene des BFC Dynamo gelten als gewaltbereite, rechts­extreme Hooligans.
Da trifft man sich als TeBe-Anhänger am Spieltag dann doch lieber mit Gleichgesinnten auf ein Bierchen im ebenso selbst gestalteten wie selbst verwalteten Fanladen, der als eine Art inoffizielles Fan-Lokal fungiert. Und diskutiert über den gerade praktizierten gewaltfreien Protest gegen gewaltbereite Fußball­anhänger. Und plötzlich ergibt auch dieses T-Shirt des Mannes im Mommsenstadion Sinn: „TeBe-Fans gegen Fußballfans“. Man muss es nur wissen. Irgendwann fühlt man es dann auch.

Text: Mark Diening

Fotos:
Harry Schnitger

Weitere Infos und Termine unter fussball-woche.de oder www.fupa.net und Videos von den Spielen gibt es auf www.spreekick.tv

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