Neopsychdelic

Okta Logue im Lido

Die große Freiheit: Okta Logue haben sich als eine der feinsten Gitarrenbands des Landes etabliert

Foto: Ben Wolf
Foto: Ben Wolf

Ihre ersten Fans fanden Okta Logue im Internet – mit ihrem grandiosen Videoclip zum Song „Bright Lights“. Zu sehen war eine tiefenentspannte Hippie-Szenerie in einem
Garten, gedreht im „One-Shot“-Stil und in Zeitlupen-
Gangart – die perfekte visuelle Entsprechung zum Neopsychedelic-Pop der Band. Auch der Clip zu „Pitch Black Dark“ vom aktuellen dritten Album ist ein Hingucker: ein trippiger Schwebetanz in einer Turbinenröhre, eine „Space-Odyssee“ im Kleinen.
„Diamonds And Despair“ heißt das aktuelle dritte Album, musikalisch hat das Quartett aus Darmstadt einen Entwicklungsschub durchlaufen. Es wimmelt an leichtgängigen Melodien, man assoziiert eher Hollywood als Süd­hessen. „An vielen Stellen stand der Synthesizer am Anfang der Songs“, erzählt Gitarrist Philip Meloi. Die Grundlagenarbeit des Synthies empfindet der famose ­Gitarrist, dessen fließendes Spiel den Bandcharakter prägt, aber als befreiend: „Ich musste nun einige Stellen gar nicht mehr ausfüllen, woanders konnte ich mich dafür aufs Wesentliche konzentrieren. In solchen Passagen genießt die Gitarre noch viel mehr Freiraum. Ich finde letzten Endes ist die Platte dadurch gitarrenlastiger als unsere letzte!“
Auch Benno Herz hat als Sänger an Ausstrahlung zugelegt. Jahrelanges internationales Touren, aber auch Impulse im Studio durch Produzent Swen Meyer, zeigen ihre Wirkung. So stilsicher wie Okta Logue bisher vorgegangen sind, wird ihr Weg spannend bleiben.

Lido Cuvrystr. 7, Kreuzberg, Mo 24.10., 20 Uhr, VVK: 15,50 € zzgl. Gebühr

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