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Olivia Dean heilt Berlins frisch gebrochene Herzen

Spätestens seit „Man I Need“ ist die Grammy-Gewinnerin in jeder Playlist. Ihre Songs handeln von Liebe. Der romantischen, der platonischen, und ganz wichtig: der zu sich selbst. In der Uber Arena versammelten sich unzählige Fans mit Liebeskummer. Deans Musik war wie eine heilende Umarmung
Text: Luca Heinze
Veröffentlicht am: 13.05.2026
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Olivia Dean strahlt durch das ganze Konzert © Imago/Avalon.red

Ursprünglich war das Konzert von Olivia Dean im Velodrom geplant. Seit ihr Song „Man I Need“ auf den sozialen Medien durch die Decke ging und sie daraufhin im Februar den Grammy als beste Newcomerin gewann, war klar, dass 12.000 Plätze nicht reichen würden. Mit der Hochverlegung in die Uber Arena hatten zumindest weitere 5000 Fans die Chance, die 27-Jährige Britin live zu sehen. Eigentlich immer noch zu wenig Plätze, wenn man die unzähligen „Suche Ticket“-Schilder vorm Konzert betrachtet. Man kann für diese zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwebenden Fans nur hoffen, dass sie noch reingekommen sind. Denn diese Show war unvergesslich.

Olivia Dean in der Uber Arena: Die vermeintliche Newcomerin

Mit der „Art of Loving“-Tour zur Feier ihres aktuellen Albums ist sie das erste Mal durch Arenen unterwegs. Ihre Musik hat etwas Soul-Poppiges, manchmal auch mit Jazz-Untermalungen, manchmal eher in eine Singer-Songwriter-Richtung. Dabei immer im Vordergrund: ihre traumhafte Stimme, die zwischen Zartheit und Kernigkeit schwebt, sich aber immer wie eine Umarmung anfühlt. Bei Dean fühlt sich Gesang wieder wie ein Instrument an, so wie sie mit Lautstärke, Betonung und Emotionen spielt. Kein Wunder: Die Frau wurde, genau wie schon Adele oder Amy Winehouse, auf der bekannten Londoner „Brit School“ ausgebildet.

Die Angst, dass ihr der große Erfolg zu Kopf steigt, sorgt bei den OG-Fans derzeit für Unmut. Denn für sie ist Olivia Dean keine Newcomerin, sondern schon seit 2020 mit Liedern wie „Be my Own Boyfriend“ und „Hardest Part“ eine treue Wegbegleiterin. Allerdings könnte man es ihr auch nicht verübeln: Die Londonerin ist quasi über Nacht zum Superstar geworden. Dieser Abend in der Uber Arena hat aber alle abgeholt: von denen, für die Olivia Dean mit „Man I Need“ aus dem Nichts kam, und für die, die schon durch viele Liebeskummer begleitet wurden.

Bei Olivia Deans Konzert in der Uber Arena flossen Tränen

Denn das war das , was viele Fans zum Konzert führte: Herzschmerz. Ein paar Plätze weiter lernten sich zwei junge Frauen kennen, die schon in den ersten paar Minuten auf den gemeinsamen Nenner kamen, dass sie ganz frisch getrennt seien. Ein weiterer Fan schaltete sich ein und reihte sich in die Break-up-Riege ein. Alle drei bekräftigten, dass Olivia ihnen durch diese schwere Zeit geholfen hatte und das Konzert nochmal alle Emotionen hochholen und heilen werde.

Und sie hatten Recht: Während und nach des Konzerts flossen einige Tränen. Dean hat selbst schon einige schwere Trennungen hinter sich, und ihre Songs, gerade die neuen, drehen sich daher viel um „Selflove“. Die perfekte Musik für einen Neuanfang. Während des Konzerts bekräftigt sie entsprechend immer wieder, wie wichtig es sei, zu lieben – ganz besonders sich selbst. Tosender Applaus und ohrenbetäubendes Kreischen gehen durch die Menge. Liebe können an diesem Abend wohl alle gebrauchen.

Und Dean kann Liebe geben: Sie ist der pure Sonnenschein. Gerade im Goldglitzer-Kleid, das letzte von drei Outfits bei ihrem Konzert in der Uber Arena, strahlt sie wie eine Discokugel bis zu den Oberrängen. Dazu ihre neunköpfige Band, unter anderem mit Soul-klassischem Bläsertrio und zwei Gospel-Background-Sängerinnen. Allesamt sind ebenfalls begabte Musiker:innen, die es schaffen, keinen Unterschied zwischen Stream- und Live-Performance aufkommen zu lassen.

Obwohl einen kleinen Unterschied gibt es schon: Wenn man zuhause die Musik hört, geht man danach nicht mit neuen Freund:innen nachhause. An diesem Abend haben sich viele Gleichgesinnte gefunden. „Be my own Boyfriend“ hat sie leider nicht gespielt, der wäre für die Stimmung der Arena sehr passend gewesen. Die leicht roten Wangen, schmerzenden Tanzfüße, kratzige Stimmen und erfüllten Herzen zeigen aber, dass es an nichts gefehlt hat. „The Art of Loving“ („Die Kunst des Liebens“) geht bei sich selbst los – oder mit Olivia Deans umarmender Show.


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In unserer letzten tipBerlin-Ausgabe hat unsere Redakteurin Daria Rabes schon besprochen, warum Olivia Dean eine sensationelle Neo-Soul-Sängerin ist. Immer gut informiert zu Konzerten seid ihr in unserer Musik-Rubrik. Und hier ist das volle Programm mit Konzerten in Berlin. Gute Zeiten: Die wichtigsten Konzerte des Jahres 2026 in Berlin findet ihr hier. Regelmäßig neu: tipBerlin Newsletter – hier anmelden. Mehr Texte und Tipps findet ihr in unserer Klassik-Rubrik. Von Bühne über Musik und Kunst bis Literatur:Besucht unsere Kultur-Seite.

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