Shopping und Stil in Berlin

One-Man-Flohmarkt: Guerilla-Flohmarkt Friedrichshain

Im Astwerk eines Baumes baumelt ein rotes Jacket. Vintage-Kleider werden von Sandro (Foto), Performance-Künstler mit Faible für Nippes und Hippes, liebevoll an Zaun und Büschen drapiert, ein alter Perserteppich über Steinfliesen gerollt.

Sandro_DvBDer Marktaufbau, für viele eine lästige Routine, wird beim Ein-Mann-Flohmarkt im Hinterhofgarten des wohl letzten unsanierten Friedrichshainer Hauses zelebriert. Bis alles am richtigen Platz ist und sich die kleine Grünfläche zur textilen Installation gewandelt hat, kann es schon mal ein Stündchen dauern. Haben die Hausbewohner Einwände gegen die temporäre Gartengestaltung? Sandro, der im Juni während der Biennale in Venedig mit dem Glorious Neukölln Pavillion auffiel, winkt ab: „Alle kennen sich hier. Meine Nachbarn unterstützen meine Idee, ideell und materiell. Das ein oder andere Stück kommt von ihnen.“ Andere sind Fundstücke, Geschenke einer befreundeten Kostümbildnerin, stammen von einem Fundusverkauf oder Sandros Friedrichshainer Laden, den er vor vier Jahren aufgab. Ums schnöde Verkaufen geht es dem Künstler mit brasilianischen Wurzeln nicht: „Ich mache auch keine Preise. Ich frage: ‚Was willst du ausgeben?'“ Zwei Sofas laden zum Chillen ein, später kommen ein paar befreundete Musiker und vielleicht entwickelt sich irgendwann wieder alles in Richtung Nachtflohmarkt.

One-Man-Flohmarkt Guerilla-Flohmarktgarten, irgendwo auf der Revaler Straße, Friedrichshain, sonntags, nach Lust und Laune

Text: Katrin Falbe

Foto: David von Becker

 

Kommentiere diesen Beitrag

[Fancy_Facebook_Comments]