Kriegsfilm

„Operation: 12 Strong“ im Kino

Kopf oder Bauch? US-Helden am Hindukusch

Concorde

Soll man diesen Film mit dem Bauch oder mit dem Kopf bewerten? Entscheidet man sich für ersteres, dann kann man kaum anders, als von der wahren Geschichte von zwölf US-Soldaten (angeführt von Chris Hemsworth (Foto Mi.) und Michael Shannon (re.), mitgerissen zu werden.

Unmittelbar nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 wird diese Spezialeinheit – kampfes­hungrig und gierig danach, als erste Amerikaner zurückzuschlagen – hinter den Linien der Taliban im Norden Afghanistans abgesetzt und auf eine im Grunde aussichtslose Mission geschickt: Sich mit einer Fraktion der nördlichen Allianz anfreunden und gemeinsam die Taliban-Hochburg Masar-e Scharif einnehmen. Und das am besten in drei Wochen, bevor der Winter die Pässe des Hindukusch unpassierbar macht. Dass diese Mission gelang, war ein spektakulärer militärischer Erfolg. Allerdings einer der wenigen in einem Krieg, der bald ein militärisches und vor allem humanitäres Desaster wurde. Spätestens hier setzt der Kopf ein, der sich fragt, ob man diese Mission, auch die Opfer der Soldaten auf beiden Seiten, einfach so aus dem Kontext des Krieges reißen kann.

Nicolai Fuglsigs Werk ist differenziert in der Andeutung der komplexen Situation in Afghanistan, der unterschiedlichen Allianzen, der internen Konflikte. Aber rinem halbwegs liberalen, irgendwie linken, im Prinzip pazifistischen Westeuropäer mit der zugegebener­maßen Gnade der späten Geburt fällt es trotz allem schwer, „Operation: 12 Strong“ nur mit dem Bauch zu bewerten und nicht auch mit dem Kopf.

Operation: 12 Strong USA 2017, 130 Min., R: Nicolai Fuglsig, D: Chris Hemsworth, Michael Shannon, Michael Peña, Start: 8.3.

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