Dokumentarfilm

„Original Copy“ im Kino

Kampf ums Kultkino – „Original Copy“ feiert die Liebe zum analogen Kintopp in Indien

Foto: W-film/ Florian Heinzen-Ziob und Georg Heinzen GbR

Der Fahrradkurier bahnt sich den Weg durch den mörderischen Verkehr Mumbais. Auf seinem Gepäckträger: Blechbüchsen mit 35mm-Film. Das Ziel: das Alfred-Talkies, ein Filmpalast im Herzen der Millionenstadt. Der Abspielstätte für alte B-Movies geht es nicht gut. Denn das Publikum strömt nicht mehr in das Kino mit den antiken Projektoren. Und ein Bauinvestor ist rattenscharf auf die wertvolle Immobilie.
Florian Heinzen-Ziob und Georg Heinzen porträtieren in ihrer wundervollen Hommage an das dem Untergang geweihte Kino jene drei Überzeugungstäter, die die Träume auf Zelluloid am Laufen halten. Da ist zum einen die Besitzerin, der man die Leitung des Kinos einst nicht zutraute. Wie soll eine Frau das auch schaffen? Der Manager weiß genau, was das Publikum will und gibt dem Plakatmaler gerne mal einen ­unerwünschten Tipp. Dessen ­Liebe gehört dem Kino und dem Plakate malen. Ein Künstler, liebenswerter Tyrann und Auftragspinsler, der das Plakat, wenn nötig, spannender gestaltet als der Film das hergibt. Eine mitreißende Doku über ein analoges Kino und den Existenzkampf seiner Macher.

Original Copy D 2015, 95 Min., R: Florian Heinzen-Ziob, Georg Heinzen, Start: 9.3.

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