Kultur & Freizeit in Berlin

Patenschaften für Flüchtlingskinder

Viel Hilfsbereitschaft, kaum Angebote: Das Potenzial von Patenschaften für Flüchtlingskinder liegt brach.

Patenschaften für Flüchtlingskinder

Das Schicksal der Flüchtlinge bewegt die Berliner. Umfragen zeigen, viele Menschen würden gerne persönlich helfen, etwa als Pate für ein Flüchtlingskind. Doch weil passende Angebote bisher rar sind, finden beide Seiten oft nicht zusammen. Deshalb mahnt das Netz­werk Berliner Kinderpatenschaften e.V.: Es braucht mehr Förderung, nur dann kann das Potenzial bürgerschaftlicher Solidarität wirksam werden.
Jeder zweite Bundesbürger ist bereit, sich persönlich für ein Flüchtlings­kind zu engagieren, zum Beispiel im Rahmen einer Patenschaft. So lautet das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Umfrage des Deutschen Kin­derhilfswerks. Vor allem höhergebildete und junge Menschen im Alter bis 29 Jahren würden sich gerne einbringen – Gruppen, die in Berlin zahlreich vertreten sind.
Übertragen auf die Hauptstadt, wo in diesem Jahr über 22.500 Flüchtlinge erwartet werden, ein Drittel davon Kinder und Jugendliche, bedeutet das für Ricarda Weller, Vorstand des Netzwerk Berliner Kinderpatenschaften e.V.: „Für jedes Flüchtlingskind, das hier landet, ließe sich ohne Weiteres eine Patin oder ein Pate finden – ein fürsorglicher Begleiter, der Zuwen­dung schenkt und Ablenkung bietet.“
Der Haken: Bis auf einige Projekte, wie ‚Fremde Freunde‘ von Frecher Spatz e.V. oder ‚Heimspiel‘ von kein Abseits! e.V., gebe es noch zu wenig Angebote, die die erforderliche Vermittlung und Begleitung der Freiwilligen übernehmen. „Es braucht mehr Förderer, die die notwendige Koordina­tionsarbeit finanzieren“, so Ricarda Weller. Dabei sollte auf die Erfahrung und Expertise sowohl von Flüchtlingsorganisationen zurückgegriffen wer­den als auch von Patenschafts- und Mentoringvereinen.
33 Patenvereine und -projekte haben sich seit 2011 im Netzwerk Berliner Kinderpatenschaften e.V. zusammengeschlossen. Sie alle widmen sich Kindern, die durch eine schwierige Lebens- und Familiensituation belastet sind. Daher erinnert Ricarda Weller daran: „Auch in anderen Projekten finden sich zugewanderte Kinder, die von der Begleitung eines Freiwilli­gen profitieren können.“
Bei der Vorstellung der Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerks hatte dessen Präsident, Thomas Krüger, gesagt: „Patenschaften und Mentor­ingprogramme können gute Instrumente sein, um Flüchtlingskindern in den ersten Jahren in Deutschland zu helfen. Hier sollten Bund, Länder und Kommunen eine entsprechende Offensive starten, damit sich mehr Menschen als bisher dann auch tatsächlich ehrenamtlich für Flüchtlings­kinder engagieren.“

Weitere Informationen unter www.kipa-berlin.de

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentare