KULTURVORSCHAU

»Peer, du lügst!«

Lars Eidinger arbeitet für sein Theatersolo „Peer Gynt“ mit dem Konzeptkünstler John Bock zusammen

Lars Eidinger als Peer Gynt – Foto: Christiane Rakebrand

Im Februar ist es fünf Jahre her, dass Lars Eidinger, immerhin Ensemble-Mitglied der Schaubühne, mit „Richard III.“ seine letzte Theaterpremiere hatte. Höchste Zeit also, dass der Schauspielstar sich auch mal wieder mit etwas Neuem auf der Bühne zeigt.

Eidinger hat in den vergangenen Jahren nicht nur seine Kino- und Fernsehfilmkarrie­re kräftig vorangetrieben (und nebenbei regelmäßig als DJ zur „Autistic ­Disco“ eingeladen), er ist inzwischen auch in der Bildenden Kunst unterwegs. So präsentierte er im Sommer 2019 seine krea­tiven Instagram-Schnappschüsse im Neuen Aachener Kunstverein als seine erste institu­tionelle Einzelausstellung.

Der 44-Jährige ist aber auch als Model und Performer für andere Bildende Künstler aktiv. So posierte er für die Foto­künstler Jürgen Teller und Ben Jakon sowie für den multimedial arbeitenden John Bock. Mit letzterem verbindet ihn seit längerem eine Zusammenarbeit als Modell wie als Protagonist. So eröffnetet Eidinger 2017 Bocks Ausstellung in der Berlinischen Galerie mit einer Live-Aktion.

Im Februar bringt er nun gemeinsam mit Bock – der übrigens auch im ­neuen Spielzeitheft der Schaubühne die Ensemble-Fotoinstallationen unter dem Titel „Im verbeulten Universum“ erstellte – eine Neuinterpretation von Ibsens dramatischem Gedicht „Peer Gynt“ auf die Bühne. Wer die oft skurrilen und makaberen Werke von Bock kennt und weiß, dass Eidinger auch dafür bekannt ist, gern die Vierte Wand zwischen Bühne und Publikum einzureißen, ahnt, dass es in dem Soloabend um einen Außenseiter und Lügner („Peer, du lügst!“, lautet der erste Satz) düster-schaurig und auch immersiv zugehen dürfte. Die Inszenierung verspricht, Eidingers nächster Schaubühnen-Hit zu werden.

Schaubühne am Lehniner Platz, Wilmersdorf
Premiere: Mi 12.2., 20 Uhr, 7–49 €, www.schaubuehne.de