Konzertkritik

Pink begeistert mit einer spektakulären Feuershow

Pop-Ikone Pink heizt den Zuschauern im Olympiastadion mit Feuerwerk und Flammen ordentlich ein. Die Sängerin mischt in ihrer „Beautiful Trauma World Tour“ geschickt alte Hits und neue Songs – und beweist so, dass sie zurecht als Konstante der Popmusik gefeiert wird

Sängerin Pink präsentiert sich auf ihrer Tour ganz in Pink. Foto: Jess Gleeson

Die ganz große Show wird passenderweise mit „Get this Party Started“ angekündigt, jenem Hit, mit dem Pink 2001 den internationalen Durchbruch feierte. Die Pop-Ikone baumelt zu Beginn des Konzerts kopfüber von einem Kronleuchter. Die charismatische Sängerin fährt in der Schwebe zu sportlichen Höchstleistungen auf und überzeugt dabei auch gesanglich. Mit ihrer rockigen Stimme, Gitarren-Riffs, ordentlich Bass und Schlagzeug-Beats sowie einer grellen Lichtshow wird das Olympiastadion am Sonntagabend ordentlich gerockt.

Dabei scheut sich Alicia Moore, so Pinks bürgerlicher Name, auch nicht ihre politische Meinung kundzutun, etwa mit einem filmischen Einspieler, der ihr feministisches Engagement untermalt. Viel Zuspruch gibt es da vom Publikum, überhaupt viel Begeisterung für eine Person, die trotz Weltruhm sehr bodenständig erscheint.

Einem Fan signiert sie das Tattoo. Es ist ihr Gesicht, das ihren Arm ziert

Auch die leisen Töne finden bei Balladen ihren Platz. „Just give me a Reason“ singt das ganze Stadion im Smartphonelicht-Schein. Immer mehr Geschenke werden der Sängerin auf die Bühne geworfen. Einige sogar für ihre Kinder, etwa einen Frosch-Rucksack und Schokolade, über die sich Pink gleich hermachen will. Einem extrem hingebungsvollen Fan signiert sie sogar das Tattoo. Es ist ihr Gesicht, das ihren Arm ziert.

Als besonderer Gast tritt Pinks 8-jährige Tochter Willow auf und schlägt sich im Flic Flac quer über die Bühne – die Sportlichkeit scheint in der Familie zu liegen. Ob sie auf einer Laufband-Rampe herumstolziert oder sich mit Tänzern durch die Lüfte schwingt, die Sängerin hat es auch 20 Jahre nach ihrem Debüt noch drauf. Kein Wunder, dass sie spielend leicht ganze Arenen füllt.

Spätestens beim Hit „Raise your Glass“ hält es auch die hinteren Reihen nicht mehr auf den Sitzen, dann setzt sie mit „So What“ zum großen Finale an. An Seilen befestigt wirbelt Pink im rot-glitzernden Anzug durch das gesamte Olympiastadion, lässt sich aus der Höhe fallen und singt nebenbei auch noch. Solchen Körpereinsatz sieht man selten bei Sängern – und Pink hat auch noch sichtlich Spaß dabei. So beweist die Sängerin in dieser spektakulären Show, dass sie auch ohne pinke Haare Pop und Rock vereinen kann wie kaum jemand anderes.