Festival

Pop-Kultur Festival 2020: Digital, innovativ – und kostenlos

Das Pop-Kultur Festival in Berlin geht in die sechste Runde. Das diesjährige Festivalprogramm vom 26. bis 28. August wird im digitalen Raum stattfinden: unter anderem mit eigens dafür entworfenen audio-visuellen Kunstwerken.

Cartel Madres kommen aus Kanada, dem Gastland des diesjährigen Pop-Kultur Festivals.
Cartel Madras kommen aus Kanada, dem Gastland des diesjährigen Pop-Kultur Festivals. Foto: PK20

An lauen Sommerabenden von Konzert zu Film zu Performance schlendern und mit Menschen dicht gedrängt in Clubräumen abfeiern – so kennt man das Pop-Kultur Festival. So wird es dieses Jahr nicht sein. Wie bei fast allen Veranstaltungen ließ die Corona-Pandemie auch hier nur zwei Optionen zu: absagen oder in den digitalen Raum verlegen. Das Team des Pop-Kultur Festivals um Leiterin Katja Lucker entschieden sich für die letztere Variante.

Das Team machte aus der Not eine Tugend und entwickelten ein besonderes Programm. Auf Streams von Live-Konzerten will man verzichten und stattdessen die Möglichkeiten der virtuellen Welt ausloten. Auf der neuen Website www.pop-kultur.berlin wird es um die 30 eigens für das Festival kreierte audio-visuelle Kunstwerke zu sehen geben. Gespannt sein darf man auf Beiträge von Künstler*innen wie Catnapp, MaviPhoenix, Preach, Noga Erez, 21 Downbeat, The Notwist oder Isolation Berlin.

Welten jenseits Berlin und jenseits der Realität entdecken

Bereits jetzt befinden sich die Beteiligten auf den zahlreichen Bühnen der Berliner Kulturbrauerei oder international verstreut in der Vorbereitung ihrer Produktionen. Dabei ist den Musiker*innen nahezu vollkommene künstlerische Freiheit überlassen worden. So taucht die in Berlin ansässige Argentinierin Catnapp in ihrem Beitrag als Avatar in eine Videospielwelt ein, die sie mit dafür komplett neu produzierter Musik unterlegt. Das Duo Mueran Hermanos feilt derzeit an einer Video-Collage aus Lichtkunst, Poesie, Studioaufnahmen, Videofragmenten und neuer Musik.

Das Festival ist dafür bekannt, Künstler*innen aus allen Ecken der Welt auf Berliner Bühnen zu bringen. Diesmal ist das Publikum eingeladen, vielen Künstler*innen online in Lebenswelten außerhalb von Berlin folgen. Etwa in die Rapszene von Tel Aviv durch die Augen der äthiopisch-israelischen Rapperin Eden Derso. Oder nach Los Angeles, wo es gemeinsam mit der ghanaischen Künstlerin Jojo Abot in Themen wie Dekolonisation und indigenem Erbe eintauchen kann. Wie immer, wird es auch diesmal ein vielfältiges Film- und Talkprogramm geben.

Pop-Kultur Festival 2020: Diversität und Pop

Das Pop-Kultur Festival denkt 2020 formal out-of-the-box, will dies aber wie bisher auch inhaltlich wieder tun. Das zeigt die Wahl der Teilnehmer*innen aus dem Gastland Kanada. Der indo-kanadische Künstler King Khan oder das schwesterliche Rap-Duo Cartel Madras eröffnen Perspektiven jenseits der westlichen Mehrheitsgesellschaft. „Auch während der Pandemie werden wir unter anderem gemeinsam mit unseren Gastkuratorinnen Pamela Owusu-Brenyah, Leyla Yenirce oder Yeşim Duman neue Perspektiven liefern und dabei eine kompakte Auswahl an popkulturellen Positionen präsentieren”, sagt die Festival-Leiterin Katja Lucker.

Das vorproduzierte Programm kann an allen drei Tagen kostenlos über die Website abgerufen werden. Zu bestimmten Uhrzeiten wird jeden Tag ein 70- bis 90-Minütiges Showformat gelauncht. Dieses präsentiert sozusagen die Essenz der Inhalte des jeweiligen Tages in kompakter Form. Nach der Show-Premiere können dann alle Beiträge in voller Länge in der Mediathek aufgerufen werden.


Konzerte in Berlin

ja, wir haben sie noch nicht aufgegeben, die Hoffnung auf diese 12 Konzerte. Der Konzertveranstalter Ran Huber hat uns berichtet, welche Konzepte er für die Sommermonate entwickelt hat.

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