Drama

„Porto“ im Kino

Fotogene Stadt: American Boy Meets French Girl in „Porto“

Foto: 2016 Double Play Films LCC

Für den jungen Amerikaner Jake (Anton Yelchin) ist die portugiesische Stadt Porto ein Ort des selbstgewählten Exils. Er will mit dem Leben eigentlich nicht viel zu tun haben, nimmt miese Jobs an und sitzt abends in Kneipen herum. Hier trifft er eines Tages die schöne Archäologin Mati (Lucie Lucas), die er davor schon an ­einer Ausgrabungsstätte gesehen hatte. Sie beginnen eine Unterhaltung – und dann verbringen sie eine Nacht miteinander.
Für Jake ist das der Beginn einer großen ­Passion, und im Grunde für Mati auch, aber sie ist verheiratet und hat eine Tochter, mit einem Wort: Sie hat ein Leben (und dann auch noch ein Geheimnis), und Jake hat keins. Aus dieser Konstellation macht der US-amerikanische Kritiker Gabe Klinger in seinem ersten Spielfilm ein verrätseltes Erzählexperiment, in dem auch die Filmformate eine große Rolle spielen. Aus drei Perspektiven wird die ­Geschichte erzählt, und dabei kommen die analogen Formate 35mm, 16mm und 8mm zum Einsatz – jedes steht für eine bestimmte Stimmung.
Den Rest macht Porto, eine sehr fotogene Stadt, die dem Film entsprechend seinen Titel gibt. Mit dem Ausführenden Produzenten Jim Jarmusch und dem Drehbuchautor Larry Gross („Nur 48 Stunden“) tauchen im Zusammenhang mit „Porto“ zwei Namen auf, die kaum zusammenzupassen scheinen. Doch in erster Linie wird man diesen immer wieder ein wenig bemüht wirkenden Filmkunstfilm wegen des Hauptdarstellers in Erinnerung behalten: Anton Yelchin starb nach „Porto“ bei einem Unfall.

Porto POR/USA/F/POL 2016, 75 Min., R: Gabe Klinger, D: Anton Yelchin, Lucie Lucas, Françoise Lebrun, Paulo Calatré, Start: 14.9.

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