Hip-Hop

Post Malone im Columbia Theater

Shitstorm-Fell: Der Internet-Star Post Malone reift zum ernstzunehmenden Rapper

Foto: Universal Music

Mit seinen gerade mal 21 Jahren hat Post Malone schon einigen Spott über sich ergehen lassen müssen. Als Digital Native entwickelt man natürlich früh ein dickes Fell gegen Shitstorms – erst recht ein weißer Rapper, der sein Image den allerletzten Hip-Hop-Klischees nachempfunden hat. Mit Cornrows und „Grills“ erinnert Post Malone an das Rap-Faktotum Riff Raff, dem James Franco im Partyfilm „Spring Breakers“ ein Denkmal als Gangster-Karikatur setzte.
Richard Post ist dagegen vergleichsweise harmlos: ein Internet-Kid, das im Teenager-Alter mit seinen Freunden Musikvideos in schlimmen 1980er-Jahre-Outfits drehte. Dass diese Clips später das Licht der breiten Öffentlichkeit erblickten, hat seiner Karriere nicht geschadet – das Internet kann, was Jugendsünden angeht, verblüffend vergesslich sein. Seit dem viralen Hit „White Iverson“ muss Post Malone ohnehin niemandem mehr etwas beweisen. Seine Musik zwischen komatösem Cloudrap, Folkgitarre und Dreampop klingt zwar nicht sonderllich originell, aber sie ist eingängig genug, um auf der Spotify-Playlist zwischen Drake und The Weeknd zu landen. Beziehungsweise im Vorprogramm von Justin Bieber – kein Witz. Die nötige Kredibilität holte sich das einstige Internet-Phänomen mit einem Gastauftritt bei Kanye West. Nach dem respektablen Debüt „Stoney“ sieht es tatsächlich aus, als könne nichts und niemand Post Malone auf seinem Weg nach oben aufhalten.

Columbia Theater Columbiadamm 9, Tempelhof, So 19.2., 20 Uhr, VVK 24,80 €

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