Quoten-Queens

Papatheodorou
vom Performer-Kollektiv She She Pop hat im Interview mit Spiegelonline ein lustige Idee vorgetragen: „Ich würde mir wünschen, dass im nächsten Jahr mindestens die Hälfte aller Theatertreffen-Einladungen an Frauen geht.“  Weil so was bekanntlich nicht von
alleine kommt, muss eine Quote her. Aber eine Theatertreffen-Frauenquote von 50 Prozent kann nur der Anfang sein. Auch die Migranten unter den Regisseuren haben ein Recht darauf, per Quote ihre Plätze beim Theatertreffen gesichert zu sehen. Vielleicht kommt dann sogar der mittelmäßig begabter Regisseur Nurkan Erpulat wieder in den Genuss einer Theatertreffeneinladung. Weil es auch ältere Menschen in dieser Gesellschaft nicht immer leicht haben, ist es ein Gebot der Menschlichkeit, Regisseuren jenseits der 60 mindestens zwei feste
Theatertreffen-Einladungen zu reservieren. She She Pop kommen bekanntlich aus der sogenannten Freien Szene. Was liegt näher, als auch der verfolgten
Minderheit der freien Theaterschaffenden mit einer Quote ein warmes Plätzchen beim Theatertreffen zu sichern, um sie so endlich vor den Launen einer
Kritikerjury zu schützen, die seit Ewigkeiten in geradezu menschen- und minderheitenverachtender Brutalität ihre Theatertreffen-Einladungen allein von der künstlerischen  Qualität einer
Inszenierung abhängig macht. Diese diskriminierende Praxis muss ein Ende haben!
Auch Ostdeutsche, Homosexuelle, aber auch Heterosexuelle und bekennende Asexuelle, Schwaben, Andreas Kriegenburg, Drogenanhängige, Vegetarier und Taubstumme müssen endlich dank einer Quote beim Theatertreffen, aber auch in der Auswahljury angemessen repräsentiert werden.


   

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