Melodram

„Radiance“ im Kino

Naomi Kawase ist wieder auf der Suche nach dem perfekten Produkt

Foto: Concorde

War es in „Kirschblüten und rote Bohnen“ noch eine Bohnenpaste, geht es jetzt um die Erzeugung einer Audiodeskription. Misako Ozaki (Ayame Miskai) schreibt Texte für Kinofilme, um auch Blinden das Filmerlebnis zu ermöglichen. Sie arbeitet mit einer Gruppe Sehbehinderter, die ihre Beschreibungen einschätzen. Kann man sich unter dieser Bezeichnung etwas vorstellen? In der Mehrzahl hat sie die Blinden auf ihrer Seite, doch einer schlägt quer: Herr Nakamori (Masatoshi Nagase). Der ehemalige Fotograf, hat seine alte Rolleiflex an einen Kollegen verschenkt, der Hochglanzbilder schießt, so für das Cover des Magazins „Radiance“. Herr Nakamori ist verbittert.
Kawase macht daraus eine Parabel auf die Vergänglichkeit, auch im zu bearbeitenden Film: „Nichts ist so schön wie das, was vor unseren Augen verschwindet“, heißt es da. Misako Ozaki findet: „Ich wünschte, es gebe einen Weg, das gleißende Licht zu fassen. Ich bin ihm immer nachgelaufen, bis die Sonne aufging.“ Hat man eine Schwäche für Nicholas Sparks, könnte das sogar als Poesie durchgehen.

Hikari (OT) F/J 2017, 101 Min., R: Naomi Kawase, D: Ayame Misaki, Masatoshi Nagase, Noémie Nakai, Start: 14.9.

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