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Rampenlicht und Lampenfieber: Beim FEZ-Kindertheaterfest „Kinder! Alles Theater!“ begeistern kleine und kleinste Schauspieler

Jubiläum: Zum 20. Mal stehen beim FEZ-Kindertheaterfest „Kinder! Alles Theater!“ Kids und Jugendliche selbst auf der Bühne

Auch verbeugen will gelernt sein: FEZ-Kindertheaterfestival. Foto: Sebastian Dudey

Über 500 kleine und etwas größere Herzen schlagen schneller vor Aufregung, wenn ihr großer Moment kommt und sie für eine Aufführung lang selbst zu den Stars des Festivals werden. Die kleinsten Darsteller sind gerade mal drei Jahre alt, die ältesten schon volljährig. Insgesamt rund 30 Gruppen steuern Stücke bei, darunter Kitas, Schultheatergruppen und Tanzschulen. Auf die Bühne kommen alle Formen von klassischem Schauspiel über modernen Tanz und Puppentheater bis zum Zirkus, von barocken Liedern bis zu waghalsiger Akrobatik.

20 Jahre lang gibt es das bunte Festival im FEZ nun schon. Gefeiert wird der runde Geburtstag mit einer Party, begleitet vom Liedermacher und Pianisten Karl Neukauf zum Tagesabschluss am Sonnabend. Eine Ausstellung mit Fotos und Plakaten erlaubt Einblicke in die vergangenen zwei Jahrzehnte. Ansonsten aber läuft dieses Theaterfest ab wie alle anderen auch. „Das Wichtigste ist, dass die Kinder und Jugendlichen die Chance für ihren Auftritt bekommen. Mir ist wichtig, so die Lust am Spiel zu fördern”, sagt Projektleiterin Sylvia Schwarz.

Denn das war schon der Grundgedanke, als die Schauspielerin und Theaterpädagogin vor 20 Jahren das Festival gemeinsam mit einer Kollegin ins Leben rief. Die erste Ausgabe lief im Jahr 2000 unter dem Titel „Tritt ins Licht” noch im bescheidenen Rahmen mit fünf oder sechs Gruppen ab. 2002 holte Silvia Schwarz einen Kollegen aus der Theater-Szene hinzu, seither wird unter dem aktuellen Namen „Kinder! Alles Theater!” das ganze Haus bespielt.

Jedes Jahr standen große Theater Pate, darunter die Komische Oper, der Wintergarten mit Meret Becker als Schirmherrin, der Friedrichstadtpalast, das türkische Theater Tiyatrom und aktuell die ETI Schauspielschule. 2006 gab es zum Mozartjahr eine Zusammenarbeit mit dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt, das FEZ war voller Menschen mit Mozart-Perücken.

Insgesamt haben in den letzten 20 Jahren rund 12.000 Teilnehmer vor 80.000 Besuchern gut 700 Vorstellungen gespielt. Manche Akteure wie die Ballettschule Szilvia Wolf sind seit 2002 jedes Jahr dabei. Im Unterschied zu anderen Festivals, wo eine Jury auswählt, welche Gruppen spielen dürfen, laden Sylvia Schwarz und ihre Kollegen die Gruppen gezielt ein, schreiben oder rufen etwa alle Grundschulen Berlins an und fragen, ob es dort Theatergruppen gibt, die etwas zeigen möchten. „Viele sind sich unsicher, ob ihre Stücke überhaupt sehenswert sind”, erzählt Sylvia Schwarz. „Die Hauptsache ist aber, dass die Kinder Freude dabei haben.” Die kleinen Zuschauer spiegeln diese Freude zurück, schließlich kann sich jeder leicht mit den Altersgenossen auf der Bühne identifizieren, es wird mitgefühlt und mit gefiebert, kleine Verhaspler stören niemanden. „An diesem Wochenende ist die ganze Atmosphäre im FEZ getragen vom Respekt füreinander. Das ist für alle ein schönes Erlebnis”, sagt Sylvia Schwarz.

Viele lieb gewonnene Programmpunkte des Rahmenprogramms sind auch diesmal wieder dabei. So wird zum Tagesende um 17 Uhr eine riesige Schattenwand aufgebaut, die alle Kinder und Erwachsene bespielen können, sei es mit den eigenen Körpern oder mit Puppen oder Objekten, die sie bei einem der Workshops gebaut haben. Und wie gewohnt geht es auf der Theaterrallye treppauf und treppab durchs Haus, bis an der letzten Station im Ballettsaal ein Tanz einstudiert und aufgeführt wird. Wer bis zum Ende durchgehalten hat, bekommt von vielen der großen Häuser gestiftete Theaterkarten oder andere Überraschungen. Wie die Geschichte des Festivals weitergeht, wenn am Sonntag der letzte Vorhang fällt, ist noch offen. Bleibt zu hoffen, dass sie in dieser oder anderer Form weitergeschrieben wird.

FEZ Berlin Str. zum FEZ 2, Wuhlheide, Sa/So 15./16.2., 10–18 Uhr, Tagesticket 5 €, www.fez-berlin.de

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