Breakdance-Show

„Red Bull Flying Illusion“ im Tempodrom

Hochfliegender Ehrgeiz – Mit jahrelanger Ausdauer überwand eine Berliner Tanz-Crew Hindernisse und Ignoranz. Nun kehrt ihre Show „Red Bull Flying Illusion“ nach Berlin zurück.

Flying Illusions
Foto: Guillaume Megevand/ Red Bull Content Pool/ David Robinson

Es gibt diese eine Stelle in dem Film „Flying Revolution“, einer Mitte März vorgestellten Dokumentation von Steve Won über den Werdegang der Berliner Breakdance-Crew Flying Steps: Vartan Bassil, Chef der Truppe, staucht da seine vom Training völlig erschöpften Tänzer stakkatoartig zusammen und fordert, sie müssten mehr bringen. „Das muss gut aussehen!“, befiehlt Bassil fast hypnotisch. Nun muss man wissen, dass die Tänzer, Leute wie Rubberlegz, Lil Amok, Benny oder Junior,zu den international besten in ihren jeweiligen Breakdance-Stilen zählen.

Vartan Bassil, der selbst ein mit Weltmeistertiteln gekrönter Tänzer, außerdem Erfinder und Choreograf der Breakdance-Show „Red Bull Flying Illusion“ ist, beeindruckt vergangener Ruhm jedoch wenig. Der 42-Jährige ist Perfektionist. Es geht nicht nur immer noch atemberaubender. Es geht auch stets noch ästhetischer. Als die Flying Steps etwa beim Battle of The Year im Jahr 2000 gegen Konkurrenten aus den USA oder Japan den Titel abräumten, gelang dies vor allem, weil ihre aberwitzigen Moves in einer beim Breakdance so noch nicht gesehenen Choreografie pulsierten. Trotzdem zählten derartige Erfolge lange wenig bis nichts. Schließlich handelte es sich bei den Tänzern „nur“ um Migranten-Kids aus dem Wedding, die keine Bühnenkunstschulen besucht hatten. Dass die Jungs – damals war noch Kadir „Amigo“ Memis dabei, der künstlerisch inzwischen andere Wege geht – täglich stundenlang besessen übten, Vorbilder aus Videos nachahmten und weiter entwickelten, wurde in Berlins Kulturszene nicht wahrgenommen. Erst als es 2010 zu einer Kooperation mit Opernregisseur Christoph Hagel und der Show „Flying Bach“ kam, dämmerte es auch einem vermeintlich gehobenen Publikum, welch’ großartige Künstler sich unter dem Namen „Flying Steps“ vereinen. Nach ihrer Premiere 2014 – und rund 100.000 Zuschauern im europäischen Ausland –kommt die erweitere Show „Red Bull Flying Illusion“ nun ins Tempodrom zurück. Hingehen!

Red Bull Flying Illusion im Tempodrom

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