Soul-Pop

Rhye im Astra Kulturhaus

Nach harten Zeiten machen Rhye immer noch überzeugt softe Musik

Foto: Neil Krug

Hinter Mike Milosh liegt eine heftige Zeit. Sein musikalischer Partner Robin Hannibal, mit dem er auf dem ersten Rhye-Album „Woman“ einen wohltemperierten Mix aus Elektro, Soul und Pop servierte, ist aus der Band ausgestiegen. Er selbst musste sich für einen Batzen Geld aus seinem alten Plattenvertrag freikaufen. Zu allem Überfluss ging auch noch seine Ehe mit der Schauspielerin Alexa Nikolas in die Brüche. Danach verliebte er sich wieder.

All das dokumentieren die Songs der zweiten CD „Blood“, die sich musikalisch wie üblich auf Samtpfoten anpirschen – allerdings mit mehr Instrumenten und einem funkigen Groove. Scheinbar mühelos schwingt sich Miloshs lieblicher Gesang in die hohen Register auf. Immer wieder wird er deshalb für eine Sängerin gehalten: „Im Gegensatz zu den meisten Männern singe ich nicht im Falsett. Das irritiert die Leute.“
Dabei sollte es eigentlich völlig egal sein, ob man nun eine männliche oder eine weibliche Stimme hört, findet Milosh: „Das Geschlecht ist einzig für die Fortpflanzung relevant. Ansonsten sind Gender-Klischees doch längst überholt.“ Darum will der gebürtige Kanadier, der in Los Angeles wohnt, bloß eins: ganz er selbst sein. Sein warmer, beinahe sinnlicher Soul-Sound lässt vermuten, dass er eher ein sanftes Sensibelchen ist. Er lacht: „Ich bin nicht nur lieb und nett. Wenn mich jemand provoziert, kann ich schon mal richtig wütend werden.“

Astra Revaler Str. 99, Friedrichshain, Di 14.8., 20.30 Uhr, VVK 27 € zzgl. Gebühren

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