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Berliner Musikerin

Rio-Reiser-Stipendium für Christiane Rösinger

Das Musicboard krönt die Königin der Protestlieder, Christiane Rösinger, mit dem Rio-Reiser-Sonderstipendium. 79 Berliner Musiker*innen erhalten insgesamt Stipendien

Die Berliner Musikerin Christiane Rösinger erhält das Rio-Reiser-Stipendium
Christiane Rösinger bei einer Kundgebung in Kreuzberg. Foto: imago images / Carsten Thesing

Es gibt freilich verschiedene Quarantäne-Typen: Einige ziehen sich “Pandemie” auf Netflix rein oder “Die Pest” aus dem frisch entstaubten Buchregal raus. Andere merken aber gerade, wie viel Kraft ihnen (auch in Zeiten gecancelter Konzerte) die Musik gibt. Und gar nicht unbedingt die banal-plumpe Gute-Laune-Mucke von Happy FM (Name frei erfunden), sondern Musik, die einen mit sozialkritischem Witz wachrüttelt, da man mit der Welt, wie sie bestellt ist, nicht einverstanden sein muss. Eine bessere, solidarische Welt ist möglich.

79 Berliner Musiker*innen bekommen ein Stipendium zwischen 2.000 und 7.000 Euro

Herzlichen Glückwunsch an Christiane Rösinger! Erstmals hat das Musicboard sein Sonderstipendium vergeben, das es Rio Reiser (1950-1996) widmet, dem schwulen Sänger von Ton Steine Scherben. Christiane Rösinger ist eine super Wahl. Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) bringt es auf den Punkt: “Christiane Rösinger hat Berlin nicht nur ein tolles Lied gewidmet, sondern positioniert sich in ihrer Musik, aber auch in so großartigen Projekten wie dem von ihr entwickelten ›Stadt unter Einfluss‹ Musical am HAU, unermüdlich gegen den Ausverkauf Berlins. Sie steht wie keine andere für eine soziale, solidarische Stadtkultur und für ein Berlin, das sich nichts gefallen lässt.”

79 Berliner Musiker*innen bekommen insgesamt ein Stipendium des Musicboards, zwischen 2.000 und 7.000 Euro. Aber eben nicht “nur” Cash (ohne das es eben nicht geht), sondern auch verdiente Anerkennung und Aufmerksamkeit. Es sind viele Frauen dabei. Endlich. Andere Musikpreise kriegen das ja immer noch nicht hin. Lob an die Jury hier! Einige der ausgewählten Acts haben in der Berliner Musikszene schon größere Bekanntheit (Jungstötter, Hans Unstern, Kitty Solaris), aber andere sind wunderbare Neuentdeckungen: etwa der House von Basak Günak alias Ah! Kosmos; das subtile Songwriting von Daniel Freitag; oder auch der Avantgarde-Pop von Zustra. Es lohnt sich, sich durch die Liste zu klicken. Damit die Quarantäne auch klanglich von Qualität ist.

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