Stadtleben und Kids in Berlin

Robert Skuppin im Interview

Seit knapp vier Monaten ist er der neue Wellenchef von Radioeins.

Robert_SkuppinNun stellt Robert Skuppin die ersten größeren Änderungen vor. ­Ein Gespräch über Fellpflege, neue Formate, den Neuzugang Silke Super und Aquariumtipps am ­Mittag.

tip: Herr Skuppin, ist der Professor Udolph jetzt eigentlich sauer auf uns?

Robert Skuppin: Überhaupt nicht. Wieso?

tip: Als bekannt wurde, dass Sie ab 1. Juni Programmchef von Radioeins werden, hatte der tip in einem „Brief an Robi“ unter anderem vorgeschlagen, der Namensforscher Jürgen Udolph könne doch jetzt langsam mal zu Antenne Brandenburg wechseln.

Skuppin: Da besaß der tip sozusagen prophetische Gaben (lacht). Wir waren die ersten, die ihn im Programm hatten, als Unikat. Vor 14 Jahren, täglich. Wir haben ihn später auf zweimal wöchentlich zurückgestuft. Mittlerweile ist er für rund ein Dutzend Radiostationen tätig. Jetzt muss man sich ein neues Unikat suchen. Dann habe ich ihn angerufen.

tip: Udolph war vermutlich nicht begeistert.

Skuppin: Er sagte mir: „Super, dass Sie anrufen. Das heißt, wir geben jetzt wieder Vollgas. Also wieder die ganze Woche.“ Ich habe gesagt: „Nee, Herr Udolph, wenn’s am schönsten ist, sollte man aufhören.“ Dann er: „Kein Problem, darf ich einen Wunsch äußern? Ich möchte zu Antenne Brandenburg.“

tip: Bei der ersten Media Analyse 2011 im März war Radioeins dramatisch abgestürzt, hat aber das verlorene Drittel der Hörer bei der  nächsten MA im Juni wieder reingeholt. Beide Hörerbefragungen fielen noch in die Zeit Ihres Vorgängers Florian Barckhausen. Ist ja wohl egal, wer hier Chef ist, oder?

Skuppin: Ich glaube nicht, dass es egal ist. Es ist eher so, dass diese beiden MAs deutlich machen, wo die Schwierigkeiten bei der Messung liegen. Da werden Leute am Telefon nach ihren gehörten Sendern befragt. Also wird nicht ihr Verhalten gemessen, sondern was sie darüber sagen. Ich würde diesen Zahlen immer misstrauen. Mir passiert es heute noch auf der Straße, dass mir Leute sagen: „Ich habe dich letzte Woche im Fernsehen gesehen.“ Ich bin seit zehn Jahren nicht mehr im Fernsehen. So viel dazu, wie Leute in der Lage sind, sich zu erinnern, was sie gerade gelesen, gehört oder gesehen haben.

tip: Ab 27. September gibt es nun dennoch größere Programmänderungen. Der Umbau deutete sich in den letzten Wochen an. Bernd Gäblers „Schöner Fernsehen“-Rubrik ist weg, der DVD-Tipp auch. Von Motor FM, jetzt Flux FM, kommt Moderatorin Silke Super. Wie sieht der Relaunch genau aus?

Skuppin: „Relaunch“ ist fast zu hoch gegriffen. Was wir momentan machen, könnte man – um in den tierischen Bereich zu gehen – unter dem Stichwort „Fellpflege“ fassen. Eine neue Verpackung. Die alte hat ja schon sieben bis zehn Jahre auf dem Buckel. Unsere Programmuhr existiert sogar schon seit 14 Jahren – solange es Radioeins gibt. Deshalb haben wir gesagt: Wir nutzen auch den Wechsel an der Spitze, um innezuhalten und uns zu fragen: Sind wir eigentlich noch an allen Ecken und Enden so zufrieden mit dem Programm, wie wir es schon mal waren?

tip: „Fellpflege“ sagt mir erst mal nicht so viel.

Skuppin: Wir wollen endlich wieder modern klingen. Es gibt ein neues Jingle-Paket, neue Unterlegmusiken, neue Opener, neue Nachrichten- und Wetterverpackungen. Wir haben auch eine neue Programmuhr. Die sorgt dafür, dass wir nun die Werbe- von den Nachrichtenblöcken trennen, weil wir festgestellt haben: Da gab es teilweise fast 12 oder 13 Minuten reines Wort am Stück ohne Musik dazwischen.

tip: Neuzugang Silke Super präsentiert im Wechsel mit Anja Goerz den umgebauten Vormittag. Was wird denn da umgebaut?

Skuppin: Wenn es bisher am Vormittag wichtige politische Ereignisse gab, dann  wanderten sie am Nachmittag in die Politikstrecke. Es ist aber für die Hörer unerquicklich, wenn sie etwas in den Nachrichten hören und denken: Warum sollen sie jetzt nochmal fünf Stunden warten, um mehr Hintergründe zu erfahren? Das Programm muss viel schneller aktuell reagieren. Das konnte es aber bisher nicht wegen dieser Servicestrecke am Vormittag. Aber brauchen wir tatsächlich um die Mittagszeit jemanden, der Fischfreunden erklärt, wie man Aquarien sauber hält? Nein, brauchen wir nicht.

tip: Welche neuen Rubriken planen Sie?

Skuppin: Eine ist, dass der Musikchef (Peter Radszuhn, Anm.d.Red.) aus seinen reichen, anekdotenhaften Erfahrungen mit Musikern erzählt. Es wird so etwas geben wie „Pop Secret“, über Musikmythen. Ein weiteres Musikformat ist „Fanny Tancks Texte“, da nimmt sie Songtexte auseinander, auf ganz berührende Art und Weise. Am Nachmittag gibt es ein Mitmachspiel, „Wenn Politik auf Quiz trifft“, wo Hörer gegen Politiker antreten. Und wir haben einen Buchautor, der uns europäische Redewendungen näherbringt. Zum Beispiel, warum der Franzose sagt: „Das ist ja wie furzende Wölfe.“ Es stehen dann aber auch noch größere Veränderungen an. Und zwar auch am Wochenende …

Das gesamte Interview mit Robert Skuppin lesen sie in der aktuellen Ausgabe des tip-Magazins Nr. 21/2011.

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