Kopf-Soundtracks

Rone spielt im Kesselhaus der Kulturbrauerei

Die Kompositionen von Rone ­erzwingen ihre Visualisierung

Foto: Olivier Donnet

Zwei Erfahrungen waren für sein aktuelles Album „Mirapolis“ prägend: ein Freizeitpark mit dem gleichen Namen, von dem Rone schon als Kind träumte und ein Auftritt mit der Pariser Philharmonie im Januar 2017. In Folge dessen klingen die neuen Songs des französischen Musikers wie eine Reise in eine schillernde, zeitgleich nostalgische wie auch futuristische Fantasiewelt, erlebt durch die Augen eines Heranwachsenden. In Track eins sieht man den Protagonisten förmlich durch eine Himmelspforte gehen. Engelschöre und ätherische Synthies erklingen. Sanft und organisch werden sie erst von träumerisch-wabernden, dann von erregt-strudeligen Synthies verdrängt. Im Verlauf der Platte versinken cineastische und clubbig-elektronische Klangwelten in einer immer tiefer werdenden Umarmung.

Rones Aushängeschild waren schon immer empfindsame, kathartische Kompositionen, die ihre Visualisierung quasi erzwingen. Als früherer Filmstudent versteht es der Wahlberliner, Ton und Imagination zu einer harmonischen Symbiose zu bewegen. Unterstützung holt er sich dabei von den unterschiedlichsten Feature-Gästen. So arbeitete er schon mit dem japanischen Jazztrompeter Toshinori Kondo zusammen, mit The National-Gitarrist Bryce Dessner und dem amerikanischen Slam-Poeten Saul Williams.

Kesselhaus Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, Mi 24.1., 21 Uhr, VVK 14,50 € zzgl. Gebühren