Gespräch

Hertha-Stürmer Salomon Kalou erzäht im Martin-Gropius-Bau wie er wurde, was er ist

Kreativ gegen Krisen: Sportler*innen, Künstler*innen oder Journalist*innen of Colour erzählen im Martin-Gropius-Bau, wie sie wurden, was sie sind. Zum Auftakt spricht Hertha-Stürmer Salomon Kalou

Copyright: Hertha BSC / City-Press

Berühmt und erfolgreich zu sein scheint, vor allem aus der Perspektive von Menschen, die aufgrund ihrer sozialen oder ethnischen Herkunft weniger Perspektiven haben, von außen betrachtet wie ein Naturgesetz: Als habe eine mächtige Kraft dafür gesorgt, dass ganz bestimmte Personen „es schaffen“, bewundert – und vielleicht sogar reich werden. Wie viel Kraft und Selbstdisziplin es kostet, seinen Weg zu gehen, zeigen indessen oft die Biografien erfolgreicher Migranten – oder von Menschen, denen man aufgrund ihrer Optik schnell mal „fremd sein“ unterstellt.

In der neuen Vortragsreihe „MGB Perspektive. Wie ich wurde, wer ich bin“ lässt die Karl Schlecht Stiftung ab Donnerstag, den 25.Januar , im Martin-Gropius-Bau, Menschen zu Wort kommen, die im weiteren Sinne auf eine Einwanderungsperspektive blicken und Erstaunliches geschafft haben. Etwa Salomon Kalou, Fußballprofi und Stürmer bei Hertha BSC. Geboren in der Elfenbeinküste/ Westafrika sah es für Kalou wegen eines Geburtsfehlers anfangs gar nicht gut aus. Trotzdem ließ er nicht locker, reüssierte erfolgreich im Fußball, wechselte bereits als Teenager zu Feyenoord Rotterdam nach Europa und triumphierte später unter anderem beim FC Chelsea, bevor er 2014 nach Berlin wechselte.

Welche Aufs und Abs hinter der strahlenden Kulisse des Profifußballtums warten, aber auch, wie man sich beim Leben in unterschiedlichen Ländern auf neue Anforderungen und Mentalitäten einstellt, darüber will der Afrikameister von 2015 vor allem jungen Leuten ab der 9.Klasse berichten. Die Vortragsreihe versteht sich als ein Beitrag zur Bildungsdiskussion, will zeigen, wie Menschen in der Einwanderungsgesellschaft jenseits altbekannter Gleise neue Wege für sich – und neue Perspektiven für andere – gefunden haben.

Ganz neu ist die Idee mit den migrantischen Vorbildern in Berlin nicht: Bereits 2008 lud „Hartz-IV-Möbel“-Tausendsassa Van Bo Le-Mentzel alias Prime Lee in die Ernst-Reuter-Schule in den Wedding. Geladen waren unter anderem die Schauspielerin Pegah Feridoni, „Flying Steps“-Gründer Vartan Bassil oder der Grünen-Politiker Cem Özdemir (Videos unter: http://www.schooltalks.de/).

MGB Perspektive. Wie ich wurde, wer ich bin Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr.7, Kreuzberg, Salomon Kalou: 25.1., 16 Uhr. Später folgen: Polit-Regisseurin Mo Asumang, 1.2., 11.30 Uhr, sowie der Journalist und Schriftsteller Ramy Al-Asheq, 12.3., 11.30 Uhr. Der Eintritt ist frei

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