Crossover

(Sandy) Alex G im Badehaus

Lo-Fi-Wunderkind (Sandy) Alex G wurde über Bandcamp entdeckt

Tonje Thilesen

„Rocket“, das aktuelle Album von (Sandy) Alex G, trägt die Anmutung eines unendlich neugierigen Kindes, dem man einen Physik-Experimentierbaukasten geschenkt und es dann sich selbst überlassen hat. Unbedarft und ungeniert springt die Platte von trippigem Jazz über schunkeligen Alt-Country zu asiatisch angehauchtem Grunge bis hin zu maximal-verzerrtem Industrial. Auch Lagerfeuer-Folk, Karibik-Vibes, synkopischer Walzer und Autotune dürfen am genrelosen Klangspektakel teilnehmen. Bei so viel Spiellust kann es dann schon mal vorkommen, dass Geigen schräg spielen, Backdrop und Vocals sich beißen oder bestimmte Harmonien dissonant zueinander sind.

Doch all das ist Teil des Versuchs. Mit „Rocket“ zelebriert Alexander Giannascoli das Unperfekte, Unpolierte, Unfertige. Lo-Fi-Vibe und Do-It-Yourself-Spirit halten die Songs zusammen. So undefiniert seine Musik, so vage sind auch die Songtexte, die der Mittzwanziger aus Philadelphia unter dem Pseudonym (Sandy) Alex G schreibt. Konkrete Zeilen lösen sich in einem Dunst aus poetischen Verstrickungen auf und das lyrische „Ich“ ist in fast jedem Text mehrfach besetzt. Für (Sandy) Alex G. eine songwriterisches Notwendigkeit: „Der Grund, warum man Musik genießen kann, ist der, dass es unmöglich ist, sie völlig zu verstehen“, erklärte er gegenüber dem amerikanischen Music-Blog Stereogum.

Badehaus Revaler Straße 99, Friedrichshain, Mi 8.11., 20 Uhr, VVK 13,20 € zzgl. Gebühren