Kommentar

„Schwarze Heldin“ von Eva Apraku

Haben Sie schon mal von Audre Lorde gehört? Der „schwarzen Lesbe, Feministin, Mutter, Dichterin, Kämpferin“, wie sich die Amerikanerin selbst bezeichnete? Nein? Oder vielleicht doch!

Eva Apraku

Denn vom Streit um Straßennamen wie Petersallee, Lüderitzstraße und Nachtigalplatz im Weddinger Afrikanischen Viertel dürften Sie schon erfahren haben. Es sind vor allem schwarze Deutsche, die sich dagegen wehren, dass mit solchen Straßen und Plätzen schlimme Kolonisatoren geehrt werden, die einen Rassismus prägten, der bis heute nachwirkt.
Schwarze Deutsche? Als Audre Lorde Mitte der 1980er Jahre eine Gastprofessur an der FU Berlin antrat, gab es diese Selbstbezeichnung noch nicht. Wer eine dunkle Hautfarbe hatte, wurde mit Fremdbezeichnungen bedacht, die ausgrenzten und für die Betroffenen äußerst schmerzhaft waren. Audre Lorde fand, dass dies nicht hinzunehmen sei. Und ermunterte ihre Studentinnen, darunter May Opitz, später bekannter als May Ayim, sowie Katharina Oguntoye, die Geschichte schwarzer deutscher Frauen zu erforschen. Heraus kam 1986 das Buch „Farbe bekennen“, ein Meilenstein im schwarzen Emanzipationskampf und eine der Initialzündungen zur Gründung der Initiative Schwarze Deutsche.
Nun hat eine Politikerin vorgeschlagen, eine der umzubenennenden Straßen oder Plätze nach Audre Lorde zu taufen. Eine grandiose Idee! Denn ohne diese schwarze Heldin hätte die Neubewertung der Vergangenheit viel zu lange gedauert.

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