Dokumentarfilm

„Score – Eine Geschichte der Filmmusik“ im Kino

Die schmetternde Rocky-Fanfare! Die kurze, bedrohliche Tonfolge, mit der sich das Unheil in „Der weiße Hai“ angekündigt! Die „Psycho“-Duschszene mit der kreischenden Geige! ­Alles großartige Momente der Filmmusik, die Matt Schrader völlig zu Recht in seinem Doku­mentar­film „Score – Eine Geschichte der Filmmusik“ würdigt

Ein Film, der unterhaltsam und kurzweilig, mitunter etwas zu sprunghaft, die Entstehung vieler Filmmusiken erzählt, die sich in die Gehörgänge eines weltweiten Kinopublikums gebrannt haben. Ein Film über das musikalische Genie, Bilder und Klänge so zu verschmelzen, dass sie zu einem eigenen, emotionalen Kunstwerk werden. Ein Schaulaufen der großen Filmkomponisten dieser Welt, von Bernhard Herrmann über John Williams und Jerry Goldsmith bis hin zu Danny Elfman. Die Erkenntnis: Film­musik ist ein Weltkulturerbe, das weiß und männlich ist. Das stößt einem auf bei „Score“, der eigentlich „Hollywood Score“ heißen müsste. Vom Regisseur zu fordern, sich bei diesem umfassenden Thema auch noch mit den Soundtracks etwa aus Asien und Afrika zu beschäftigen, wäre sicher viel verlangt. Aber wenigstens ein wenig Reflexion darüber, ein Standpunkt oder Statement dazu würde schon reichen, und sei es nur die Überlegung, warum gerade die Filmmusik Hollywoods so universal wirkt. Und im 21. Jahrhundert nicht einmal auf die Idee zu kommen, kritisch zu hinterfragen, warum Hollywood auch heutzutage immer noch durch die nahezu völlige Abwesenheit von Komponistinnen glänzt, ist einfach nur unverständlich.

Score – A Film Music ­Documentary (OT) USA 2017, 93 Min., R: Matt Schrader, Start: 4.1.

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