Lo-Fi-Rock

Trio mit 90er-Frisuren: Sebadoh spielen im Musik & Frieden

Sebadoh haben nach ihrem eher lauen Comeback zu alter Form zurückgefunden

Sebadoh, Foto: Justin Pizzoferrato

Warum das denn nun? Das fragte man sich schon, als Sebadoh 2013 wieder auftauchten – nach 14 Jahren Pause. Das Indierock-Trio war in den 90er-Jahren zu einigem Ruhm gekommen, aber ihr Comeback-Album „Defend Yourself“ wirkte saftlos und uninspiriert.

Die von Dinosaur-Jr.-Bassist Lou Barlow ursprünglich als Nebenprojekt gegründete Band galt neben Pavement oder Guided By Voices als Lo-Fi-Pionier, als Vertreter einer eher schrammligen Indie-Spielart – zumindest bis zu ihrem vergleichsweise  glatt klingenden Album „The Sebadoh“ (1999). Danach wurde das Projekt dann auch erst einmal auf Eis gelegt; Barlow, zwischenzeitlich bei Dinosaur Jr. gefeuert, widmete sich den sanfteren Folk Implosion, die durch den Soundtrack von Larry Clarks Drama „Kids“ zu Popularität kamen.

Nach einigen gemeinsamen Auftritten mit seinem alten Mitstreiter Jason Loewenstein und dem Schlagzeuger Bob D‘Amico kam dann eben besagtes Comeback mit „Defend Yourself“. Aber zum Glück war das nicht das Ende vom Lied. Schon beim zweiten Album nach der Reunion, dem im Mai erschienenen „Act Surprised“, hat man das Gefühl, dass sich Sebadoh davon freigespielt haben, an etwas anknüpfen zu müssen. Das Rad erfinden sie immer noch nicht neu. Aber Spaß macht ihre Musik wieder.

Musik & Frieden Falckensteinstr. 48, Kreuzberg, So 22.9., 20 Uhr, VVK 26 €