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12 Sehenswürdigkeiten in Potsdam, die immer einen Besuch wert sind

Mit dem Regionalzug erreicht man Potsdam mit seinen herausragenden Sehenswürdigkeiten denkbar schnell. Es dauert keine Stunde vom Berliner Hauptbahnhof in die Brandenburgischen Landeshauptstadt. Die preußischen Könige – und viele weitere Herrscher – residierten in der Stadt. Entsprechend hoch ist die Schlösserdichte. Neben Sanssouci lohnt es sich auch, die anderen Prachtbauten zumindest von außen zu bewundern: Neues Palais, Babelsberg, Schloss Cecilienhof. Vom Kalten Krieg zeugt auch die Glienicker Brücke, die die Grenze zwischen Ost und West markierte – und über die regelmäßig Spione getauscht wurden. Doch es gibt noch mehr…

Hinweis: Die Sammlung ist aktuell, entstand allerdings, bevor Corona-bedingt viele Betriebe ihren Dienst einstellen mussten. Bitte beachtet dies – die Wälder von Berlin sind aber unverändert schön. Wir empfehlen, so ihr gern wandern wollt, vor allem die Wege, die nah und einfach für euch zu erreichen sind.

Blick von der Gerichtslaube auf den bekannten Flatowturm. Foto: SPSG/Andre Stiebitz
Blick von der Gerichtslaube auf den bekannten Flatowturm. Foto: SPSG/Andre Stiebitz

Potsdam: An Schlössern vorbei flanieren

Friedrich der Große ließ Sanssouci als Sommerschloss im Rokokostil erbauen. In der warmen Jahreszeit tummeln sich Enten am Fuße des Schlosses. Foto: Imago/Camera4
Friedrich der Große ließ Sanssouci als Sommerschloss im Rokokostil erbauen. In der warmen Jahreszeit tummeln sich Enten am Fuße des Schlosses. Foto: Imago/Camera4

Nicht geschlossen sind die Parks in der Brandenburger Landeshauptstadt. So lockt der Park Sanssouci in Potsdam gerade im Frühling mit seinen frisch angelegten Rabatten und geschnittenen Hecken. Und vor den geschlossenen Schlössern lässt sich natürlich entspannt flanieren – und so ein Hauch von Kultur genießen. Auf 300 Hektar findet sich genug Platz, um auch auf 1,5 Meter Abstand zu gehen.

  • Park Sanssouci, Zur Historischen Mühle, Potsdam, ganzjährig täglich ab 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit 

Neptungrotte: Frisch restauriert,
sprudelt sie wieder

TV-Moderator Günther Jauch unterstützte die Restaurierung der Potsdamer Neptungrotte. Foto: SPSG/Andre Stiebitz
TV-Moderator Günther Jauch unterstützte die Restaurierung der Potsdamer Neptungrotte. Foto: SPSG/Andre Stiebitz

Jahrelang war sie ein trauriger Anblick: die Neptungrotte neben der Bildergalerie. Friedrich der Große beauftragte einst Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff mit dem Entwurf. Auch dieses Wasserspiel wurde vom Bassin auf dem Ruinenberg versorgt. TV-Moderator Günther Jauch unterstützte die Restaurierung. Seit 2018 sprudelt wieder das Wasser – seitdem ist die barocke Spielerei wieder ein beliebtes Fotomotiv. 

  • Neptungrotte im Park Sanssouci, Eingang am Obelisken, Potsdam, ganzjährig täglich ab 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit

Prinzenspielplatz: In Sanssouci
stand auch ein Fort

Kaiser Wilhelm II. ließ die Mini-Festung 1893 unweit des Neuen Palais erbauen. Das Festungsmodell diente zur Darstellung neuer Geschütztechnik, aber auch die kaiserlichen Söhne erhielten hier ihre militärische Ausbildung. 2004 ließ die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg es zuschütten. An den begrünten Hügeln erinnert eine Tafel an das Fort.

  • Prinzenspiele, Eingang Lindstedter Weg, täglich ab 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit

Winzerberg: Der königliche
Weinberg lädt zum Verweilen ein

Der von Lenné nach toskanischem Vorbild umgebaute Winzerberg wurde 2018 wiedereröffnet. Foto: Imago/Joko
Der von Lenné nach toskanischem Vorbild umgebaute Winzerberg wurde 2018 wiedereröffnet. Foto: Imago/Joko

Östlich vom Park Sanssouci gelegen, wurde der von Peter Josef Lenné nach toskanischem Vorbild umgebaute Winzerberg 2018 wiedereröffnet. Auf den vier Terrassen baut man nun wieder Wein an. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Baudenkmal durch den nicht fertig gestellten Bau eines Luftschutzbunkers schwer beschädigt. Der Bauverein Winzerberg e.V. kümmert sich um die Pflege.

  • Winzerberg Schopenhauerstraße 23, Potsdam, Do und Fr 17 bis 20 Uhr lädt der Verein zu Kaffee, Kuchen und Wein ein (bitte aktuelle Einschränkungen beachten)

Holländisches Viertel: Ein Hauch von Amsterdam in Potsdam

Jan Bouman ließ zwischen 1734 und 1742 die 134 Ziegelsteinhäuser des Holländischen Viertels in Potsdam errichten. Foto: Imago/Camera4
Jan Bouman ließ zwischen 1734 und 1742 die 134 Ziegelsteinhäuser des Holländischen Viertels in Potsdam errichten. Foto: Imago/Camera4

Inspirationen für das von der Benkert- und Mittelstraße in vier Karrees unterteilte Holländische Viertel holte sich der Alte Fritz auf seinen Reisen nach Amsterdam und Den Haag. Der niederländische Architekt Jan Bouman ließ zwischen 1734 und 1742 die 134 Ziegelsteinhäuser errichten. Im bei Touristen sehr beliebten Viertel befinden sich zahlreiche Galerien, Antiquitätenläden und Gaststätten.

  • Holländisches Viertel zwischen Friedrich-Ebert- und Hebbelstraße, Kurfüsten- und Gutenbergstaße

Flatowturm: Grandiose Sicht auf die Glienicker Brücke

Eins der höchsten Wahrzeichen von Potsdam: der Flatowturm. Foto: SPSG/Andre Stiebitz
Eins der höchsten Wahrzeichen von Potsdam: der Flatowturm. Foto: SPSG/Andre Stiebitz

Als Vorbild für den 46 Meter hohen Flatowturm diente dem Architekten Johann Heinrich Strack bei der Erbauung 1853 bis 1856 das Eschenheimer Tor in Frankfurt/Main als Inspiration. Vom Flatowturm aus lässt sich die Potsdamer Park- und Seenlandschaft überblicken. Kaiser Wilhelm I. nutzte den Aussichtsturm auch als Gästehaus und als Repräsentanz für seine Sammelleidenschaft von Kunstgegenständen.

  • Park Babelsberg, Park Babelsberg 12, geöffnet in der Sommersaison von Mai bis Oktober, Sbd.+ So. 10–17.30 Uhr

Schloss Cecilienhof: In Potsdam wurde Geschichte geschrieben

Auf Schloss Cecilienhof fand die Potsdamer Konferenz statt. Foto: Max Müller
Auf Schloss Cecilienhof fand die Potsdamer Konferenz statt. Foto: Max Müller

Das von Paul Schultze-Naumburg von 1913 bis 1917 erbaute Schloss im englischen Landschaftsstil erlangte vom 17. Juli bis 2. August 1945 seine historischen Bedeutung. Hier fand das Gipfeltreffen der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, die „Potsdamer Konferenz“, statt, an der Harry S. Truman, Winston Churchill, dann Clement Attlee, und Joseph Stalin teilnahmen. 

  • Schloss Cecilienhof, Im Neuen Garten 11, Schloss derzeit geschlossen, der Garten ist aber frei zugänglich

Glienicker Brücke: Auf den Spuren des Kalten Krieges 

Auf der Glienicker Brücke fand 1986 der letzte Agentenaustausch statt. Foto: Imago/Carola Koserowsky
Auf der Glienicker Brücke fand 1986 der letzte Agentenaustausch statt. Foto: Imago/Carola Koserowsky

Die bekannteste Brücke Potsdams ist ein Wahrzeichen des Kalten Krieges. Hier fand 1986 der letzte Agentenaustausch statt. Die Glienicker Brücke trennte die beiden deutschen Staaten von 1961 bis 1989. Heute markiert sie die Landesgrenze zwischen Berlin und Brandenburg. 1906 ersetzte der bekannte stählerne Fachwerkbau die Ziegelsteinbrücke. Zahlreiche Schautafeln erzählen die bewegte Geschichte.

  • Glienicker Brücke Berliner Straße, Potsdam, Königstraße Berlin

Neuer Garten: Am Heiligen See in Potsdam wohnen viele Prominente

Viele Potsdamer kommen zum Entspannen in den Neuen Garten. Foto: Imago/Camera4
Viele Potsdamer kommen zum Entspannen in den Neuen Garten. Foto: Imago/Camera4

Der Neue Garten ist nicht nur ein von Friedrich Wilhelm II. in Auftrag gegebener Landschaftspark, er dient in der warmen Jahreszeit durch den Heiligen See auch als Sommerfrische der Potsdamer. Rund um den See befinden sich mit dem Marmorpalais und der Gotischen Bibliothek architektonisch einzigartige Bauten, in den benachbarten Villen und in den Straßen zum Neuen Garten wohnen viele Prominente.  

  • Neuer Garten Am Neuen Garten, ganzjährig tgl. 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit

Brandenburger Straße: Potsdams
Boulevard und Café-Meile

Die Brandenburger Straße ist Potsdams zentrale Flaniermeile. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Die Brandenburger Straße ist Potsdams zentrale Flaniermeile. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Im Sommer sitzen die Touristen in den zahlreichen Straßencafés, aber ab 18 Uhr ist man hier dann meist unter sich. Die 750 Meter lange Fußgängerzone, auch „Broadway“ oder „Boulevard“ genannt, führt vom Bassinplatz durch das Potsdamer Brandenburger Tor direkt zum Luisenplatz und praktisch zum Haupteingang vom Park Sanssouci. Gesäumt wird die Straße von fünfachsigen Typenhäusern der zweiten barocken Stadterweiterung.

  • Brandenburger Straße, Potsdam (bitte beachtet die aktuellen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie)

Stadtschloss: Das einst abgerissene Schloss wurde neu errichtet

Das Schloss ist Sitz des Brandenburger Landtages. Foto: Imago/McPHOTO
Das Schloss ist Sitz des Brandenburger Landtages. Foto: Imago/McPHOTO

Von außen ähnelt es dem barocken Prachtbau, im Innern aber herrscht Funktionalität. Das Schloss ist Sitz des Brandenburger Landtages. Das Foyer, der Innenhof und die Kantine sind für Besucher geöffnet. Am Alten Markt befindet sich auch der ebenfalls wieder aufgebaute Palazzo Barberini, der als Museum Barberini für Besucheranstürme sorgt.

  • Potsdamer Stadtschloss, Am Alten Markt, Besucher-Information: 0331/966 12 60, Innenhof und Foyer: tgl. 8–20 Uhr, Führung nur nach Anmeldung (bis 19.4. geschl.)

Einsteinturm: Ein Turm für die
Erforschung der Relativitätstheorie

Der Einsteinturm dient als Sonnenobervatorium. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Der Einsteinturm dient als Sonnenobservatorium. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Im Eingangsbereich des als Sonnenobservatorium genutzten Gebäudes begrüßt eine Büste von Albert Einstein die hier arbeitenden Wissenschaftler und Besucher. Der Physik-Nobelpreisträger war maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Telegrafenberg mit dem von 1919 bis 1922  errichteten, architektonisch imposanten Bau zum Wissenschaftsstandort wurde.


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