Deli

Selig.Berlin in Neukölln

Das Selig.Berlin bespielt das Gemeindezentrum der Genezarethkirche so zeit- wie kieztypisch

Foto: Philipp Obkircher

Hat die Berliner Hunan-Institution die Kantstraße verlassen? Nein, das Selig.Berlin hat mit seinem Namensvetter nichts gemein. Der Name ist wörtlich gemeint, untergebracht ist der neue Instagram-Hotspot im gläsernen Anbau der Genezarethkirche am Herrfurthplatz. Das luftige Interieur erinnert an L. A., nur die Toiletten verströmen noch ein wenig Konfirmationsfreizeit-Atmosphäre. Aufgetischt wird ein buntes Best-of aus aller Welt, das so eben auch ein buntes Best-of des neukulinarischen Avocado-Berlins bleibt: ein Spritzer Ottolenghi, ein Hauch New York, eine Tasse Kalifornien. Eine breite Brunchkarte zählt die internationalen Favoriten von Açai-Bowl bis Eggs Benedict auf. Daneben gibt es noch ein kleines Lunch- und Dinnermenü sowie eine Tageskarte. Zu Mittag bestellen wir den Jerusalem-Teller (8,50 Euro) mit Joghurt und Rote Bete Püree nebst einer höchst ästhetisch aufgerissenen Aubergine, deren Inhalt zu knoblauchfreiem Baba Ghanouj verarbeitet wurde. Dazu wird mit Za’taar-Öl benetztes Fladenbrot gereicht. Das Pastramisandwich, dessen dünn aufgeschnittenes Fleisch auf Brot von Barcomi’s drapiert ist, kommt für zehn Euro etwas klein daher. Das vegetarische Croque Madame mit Avocado (8,50 Euro) dagegen zwingt selbst den ambitioniertesten Esser in die Knie. Auch die Standardversion mit Schinken steht auf der Karte (7 Euro). Leider fehlt bei allen Gerichten ein wenig Salz und das gewisse Etwas. Doch die Nachbarschaft wird mittags und abends für verhältnismäßig kleines Geld verpflegt, während wochenends die Brunchkarte Kirchengänger und Influencer aus Berlin und Übersee beglückt. Eine netter Nachbarschaftstreff für den sich immer mehr zum Prenzlauer Berg wandelnden Schillerkiez.

Selig.Berlin Herrfurthplatz 14, Neukölln, Tel. 68 05 06 80, Di – Sa 9 – 0 Uhr, So 10 –18 Uhr, www.selig.berlin

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