Glaubensdrama

„Silence“ von Martin Scorsese im Kino

Mit „Silence“ verirrt sich der große Martin Scorsese im Christentum

Foto: Concorde Filmverleih/ Kerry Brown

Pater Sebastião Rodrigues und Pater Fran­cisco Garpe brechen 1638 nach Japan auf, um ihren verschwundenen Mentor Cristóvão Ferreira zu suchen. Der ist in dem fremden Land spurlos verschwunden; Rodrigues und Garpe wollen nicht glauben, dass Ferreira vom Christentum abgefallen ist. Da auf jeden Priester ein Kopfgeld ausgesetzt ist, müssen sich die Geistlichen in Japan verstecken, ­Hilfe erhalten sie von Dorfbewohnern. Doch Vorsicht: Der Inquisitor geht um! Und zwingt in Folter-Ritualen die Christen dazu, ihrem Glauben abzuschwören.
Schon zwei Mal hat sich der Jahrhundert-Regisseur Martin Scorsese in die Welt der Religion begeben, 1988 mit „Die letzte Versuchung Christi“ und 1997 mit „Kundun“. Auch in seinen Gangsterdramen spielte der Katholizismus oft eine Rolle. Aber was hat Scorsese nun geritten, sich des Romans „Schweigen“ von Sho¯saku Endo¯ anzunehmen? Was will uns der Regisseur sagen? Dass auch Christen verfolgt wurden? Dass Glauben mit Symbolen zu tun hat? Dass Gläubige imstande sind, unglaubliche Qualen zu ertragen? Geschenkt.
Und so fragt man sich ob der Bedeutungsschwere nach dem Sinn des langatmigen Ganzen. Natürlich sind die Bilder von Kamera­mann Rodrigo Prieto erlesen, ist das Setting von Dante Ferretti beeindruckend. Dennoch: Der Film nervt und hat auch nichts Versöhn­liches oder Aufklärerisches an sich hat; ein pathetisches Etwas über leidende Christen, eine Religion, die selbst schon viel Leid ­gebracht hat.

Silence USA 2016, 161 Min., R: Martin Scorsese, D: Adam Driver, Andrew Garfield, Liam Neeson, Start: 2.3.

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