Kunst und Museen in Berlin

Simon Schubert mit „In Apnoesie“ bei upstairs

Bei Simon Schubert, der bei upstairs Berlin ausstellt, entfalten sich die Bilder und Räume im wahrsten Sinne des Wortes.

In_ApnoesieWer das Magische, Geheimnisvolle liebt, wird sich dem Sog der von Schubert kreierten Welt in blendendem Weiß sofort ergeben. Eine eigenartige Stille erstrahlt von diesem Ambiente aus gefalteten Papierwänden, die Blatt für Blatt wiederum in eine weitere Traumzone führen. Treppen hochherrschaftlicher Gebäude mit Kassettendecken, langen Korridoren, Freitreppen und Spiegelsälen hat der Künstler allein durch die Faltung des Papiers erschaffen. Und immer wieder taucht an einem Geländer, auf einigen Stufen, ein durch Auslassung entstandener Schatten wie ein aus jener Zeit stammender Geist auf. Inmitten der Weiße steht eine Gruppe schwarzer Kindergestalten im Kreis, ohne Gesichter, mit merkwürdig einseitigen Körpern, die keine Vorder- oder Rückansicht bieten. Auf einem Podest liegt eine zusammengekrümmte Gestalt wie im Schlaf, ein Federwesen, das erst auf dem zweiten Blick seine Körperlichkeit zu erkennen gibt.

In_Apnoesie_Not_ISkurril geformte Leuchter und Schalen, Hände, die traubenartige Gewächse emporheben, sind daneben im Raum verteilt. Humorvoll und gleichzeitig verträumt verfremdet Schubert unsere reale Welt und lässt uns für einen Augenblick den Atem anhalten und nachempfinden, wie Alice sich im Wonderland gefühlt haben muss.

Text: Constanze Suhr (tip-Bewertung: Herausragend)
Fotos: upstairs berlin

Simon Schubert „In Apnoesie“,
Adresse und Öffnungszeiten: uptairs berlin
(bis 27.6.)

 

Weitere Kunstnotizen:

IMI KNOEBEL IN DER NEUEN NATIONALGALERIE (bis 9.8.)

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