Balkanküche

Sljiva in der Arminiusmarkthalle in Moabit

Soulfood auf Serbisch – Balkangrill, nur anders: Im Sljiva glänzt eine oft geschundene Küche mit aufrichtiger Herzlichkeit

Sljiva

Ein Ort, der nach Urlaub schmeckt, aber nie nach Pauschalreise: Das hatten wir vor eineinhalb Jahren über das serbische Kafana in Wilmersdorf geschrieben. Und in diesem Sommer bedauernd feststellen müssen: Die Ferien auf dem Balkan sind vorbei. Das Kafana – obwohl beheimatet in einer Lokalität, die seit 1908 ein Lokal war, die legendäre „Zwiwwel“ gar – musste vor andauernden Streitereien mit einigen wenigen Nachbarn kapitulieren. Vladimir Kosic immerhin, der auch das jederzeit empfehlenswerte Fischrestaurant Lesendro am Kollwitzplatz betreibt, ist mit seinen röstaromatischen Cevapcici zurück. Wobei es genau genommen seine Frau Cathleen Potter ist, die ihre Festanstellung als Projektmanagerin bei der Deutschen Bahn aufgegeben hat, um sich mit kleinem Team entdeckungshungrig und lustvoll durch sämtliche Balkanküchen zu kochen.

Lustvoll beschreibt dieses Marktstandrestaurant in der Arminiusmarkthalle in der Tat ziemlich gut. Das geht bei den Grundprodukten (dem Käse, dem Speck, der typischen Paprikapaste Ajvar) los, die allesamt aus Serbien importiert werden, hin und wieder sogar in den Reisetaschen der Verwandtschaft. Es mündet, nein mundet in einem einzig in seinem eigenen Saft gegarten vollmundigen, weil gleichzeitig zarten und krossen Oktopus.

Wo man in Berlin denn so richtig authentisch deutsch essen könnte, werden wir oft gefragt. Und wissen auch nicht letztgültig weiter. Einen Platz für eine ehrliche, authentische Balkanküche könnten wir jetzt aus tiefster Überzeugung nennen.

Sljiva Arminiusstr. 2–4 (in der Arminiusmarkthalle), Moabit, Tel. 0174 69 92 804
Mo–Fr 18–22 Uhr, Di–Fr auch 12–15 Uhr, Sa 12–23 Uhr www.sljiva-berlin.de

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