Weinmahleins – So war's

So war das Hummer-Menü im Duke

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Ach, der Alte Westen. Hier versteht man sich auf die großen, galanten Gesten und vor allem ihre so solide wie nonchalante Umsetzung. Ein Hummer-Menü sollte es deshalb sein, beim Weinmahleins präsentiert von Priceless Berlin im Restaurant Duke, das sich eben jene Jazz-Legende zum (Vor-)Namen genommen hat, nachdem auch das zugehörige Hotel benannt ist: das 1920er-Jahre schöne Ellington.

„It ain’t mean a thing if it ain’t got that swing“ leuchtete es in diesem Sinne als Neonröhreninstallation durch den Gastraum. Und ja, dieser Abend hatte Swing, er hatte das richtige Timing und er hatte ein paar wundervolle Solo-Einlagen. Einen Weißburgunder, Erste Lage, Kloster Heilig Kreuz beispielsweise, mineralisch, knackig und ohne jeden falschen Schmelz. Das war überhaupt das herausstechende Merkmal der (durch die Bank) weißen Weine vom Weingut Schloss Proschwitz aus Meißen an oder besser über der Elbe: Ihre präzise Aromensprache, schön schlank, aber immer präsent.

Weiß blieb dieser Abend wegen der erwähnten Hummer, in exzellenter Qualität zur Verfügung gestellt vom Weinmahleins-Partner Filet und Co. Ostküstenfeeling am Kurfürstendamm – spätestens beim Hauptgang, einem gebratenen Maine-Hummer mit Pfifferlingen, Amalfi Zitronenjus und einem Olivenrisotto. Amerikanisch-italienisch-berlinerisch. Lässig und doch in den Aromen wie der handwerklich präzisen Ausführung weltgewandt. Was gab es sonst noch? Einen asiatisch interpretierten Lobster Bisque mit Shitakepilzen, Sesam und Koriander. Oder ein Hummer-Tatar, an dessen Seite, quasi als Reminiszenz an die multikulinarische Berliner Küche, ein Falafel lag. Weit gereiste Aromen also, aber eine gemeinsame Sprache, die an diesem Abend von Sous-Chef Michael Schulz gemeinsam mit seinem Team formuliert worden ist.

Übrigens: Das Hummer-Menü wird im Restaurant Duke (um einen Gang reduziert) noch den ganzen August angeboten. Ohne die korrespondierenden Weine von Schloss Proschwitz zugegeben, aber mit der herrlich klaren Preußenquelle aus Rheinsberg im Glas. Das Mineralwasser unseres Weinmahleins steht im Duke, wie in vielen guten Häusern der Stadt, nämlich auch regulär auf der Karte.

Text & Fotos: Clemens Niedenthal

 

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