Weinmahleins

So war’s im Sra Bua by Tim Raue

Garnele, Kürbis, Kumquat. Damit ging es los beim diesmaligen Weinmahleins im Sra Bua by Tim Raue in den Behrenstraße.

So war das Weinmahleins im Sra Bua

Was so aber nicht ganz stimmt. Zum Auftakt gab es erstmal ein Glas Champagner Moët & Chandon Imperial, der Klassiker. Soweit nichts Ungewöhnliches, schließlich startet das Weinmahleins gerne mit einem Aperitif. Neu aber war, das diesmal gleich das ganze Menü von Champagnerweinen begleitet wurde. Champagnerweinen? Aber Micheal Scheibe, an diesem Abend der Abgesandte des so ehrwürdigen wie global aufgestellten Hauses aus der Champagne wusste den Stellenwert der Grundweine (Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay) und vor allem des Weinbaus bildlich zu vermitteln. Weltweit wird pro Sekunde eine Flasche Imperial geköpft. Das beeindruckt. Moët & Chandon. Der Big Player, Jet Set und so. Aber gleich danach erzählte Scheibe von bewusst reduzierten Erträgen, vom Hagel und der Hitze, von der Mühe und dem Stolz, einen besonderen Jahrgangschampagner in den Flaschen gären zu lassen – was nur jedes dritte, manchmal auch vierte Jahr gelingt. Die Gäste konnte diese Unterschiede schmecken. Dort die klar Mineralik, das lockende Prickeln eine Blanc de Blanc (aus reinem Chardonnay). Da das Beerige, Vollmundige eines fast rubinroten Jahrgangschampagner.

Das Interesse war groß, die Fragen sprudelten wie die Champagnerperlen. Während Shahab Jalali, Head Sommelier des Hotel Adlon und damit auch des Sra Bua, so lässig wie formvollendet aus der Magnumflasche nachgeschenkt hat. A propos: Nicht prickelnd sondern feinperlig, begleitete die Preußenquelle aus Rheinsberg diesmal auch die Prickler bravourös. Keine Scheu vor großen Name, ein wahrlich kulinarisches Mineralwasser.

Derweil zelebrierte der Service seine Choreografie. Ein sehr großes, sehr eingespieltes Team, Tellerpolonaise. Das Sra Bua versteht sich auf den großen Auftritt, oh ja. Während Küchenchef Daniel Lengsfeld bei all dem lässig und bodenständig bleibt. So bodenständig wie der Hauptgang, eine irische Ochsenbacke von unserem Partner Filet & Co., ein Schmorgericht, Seelenküche. Aber mit viel Geist für die Details, für die feinen Aromen und für die asiatische Küche, für die das Sra Bua ja auch steht. Schwarzwurzel, Birne, Jasmin, perfekte Garzustände. Das passte – auch zum Champagner. Gute Gründe allesamt, das Hotel Adlon auch mal  an einem gewöhnlicheren Tag von der Rückseite zu betreten, Behrenstraße, Ecke Wilhelmstraße, hinein ins Restaurant Sra Bua bei Tim Raue.

Text: Clemens Niedenthal

Foto: Weinmahleins/Clemens Niedenthal

Übrigens: Vom Hauptgang hat uns Küchenchef Daniel Lengsfeld sogar das Rezept verraten

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