Weinmahleins – So war's

So war das Menü im Habe die Ehre

Habe die Ehre. Alleine in dieser österreichischen Grußformel steckt schon vieles drin. Die Traditionen einer auf das erste Hören vielleicht überkommenen Redewendung. Der Schmelz einer regionalen Identität. Das Gastliche einer (in diesem Fall) kulinarischen Willkommenskultur. Kurz: Auch im Habe die Ehre, dem erst vor sieben Monaten eröffneten österreichischen Marktstandrestaurant in der Arminiushalle in Moabit steckt viel, und viel von alledem drin. Es ist ein Österreicher ohne Wienerschnitzel. Ein Beisl, wie man in Wien sagen würde, für die Leberkäs’Semmel – die beste in Berlin. Und ein alpines Fine-Dining-Restaurant für die Suppe vom Räucherfisch und den über 52 Stunden sous-vide gegarten Tafelspitz vom Weideochsen, letzterer von unserem Partner Filet & Co. – womit schon einmal zwei Gänge des tip-Weinmahleins präsentiert von Priceless Berlin genannt wären.

Genannt werden muss unbedingt der erste Gang, weil der, bei allen Ingredienzien aus dem Alpenraum, in seiner Radikalität der Nordic Cuisine entliehen war: ein Panna Cotta vom getrockneten Heu aus dem Bregenzerwald. Just von dort kommt Thomas Kos, die eine Hälfte des Habe-die-Ehre-Paars. Die andere ist Anna Szemes, Winzerstochter aus der Steiermark.

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Die Weine kamen diesmal von der Donau. Schloss Gobelsburg im Kamptal, Weinbau seit 1171. Und ein Weinmacher, Michael Moosbrugger, der den klösterlichen Betrieb als erster „weltlicher“ Winzer führt. Tradition und Wandel, auch im Weinberg, im Weinbau taucht dieses Thema also auf. Wobei sich Michael Moosbrugger weitgehend an die Traditionen gehalten hat. Einfachheit und Strenge, das Motto der Mönche, ist auch seines geworden. Große Holzfässer (aus österreichischer Eiche), eine dynamische Weinbereitung, der weitgehende Verzicht auf maschinelle Arbeitsschritte: vieles was auf Schloss Gobelsburg beibehalten wurde, ist heute wieder in aller Munde. Für die Gaumen unsere Gäste bedeutete dies Weine von klarer Struktur aber komplexem Charakter. Vollmundig, aber niemals breit. Exemplarisch dafür der Grüne Veltliner, Ortslage Langenlois: Haselnuss und eine fast rauchige Würze balancierten wunderbar eine citrusgelbe Fruchtigkeit. Ein starker Wein, gerade in seinem Understatement. In Berlin gibt es die Weine von Schloss Gobelsburg im wohlfeilen Sortiment von Wein & Glas in Wilmersdorf.

Für Thomas Kos und Anna Szemes war es ein Fest für das Weinmahleins präsentiert von Priceless Berlin mit Schloss Gobelsburg zusammenzuarbeiten. Beide kannten das Gut schon aus Ihrer Zeit im Weinhandel in Wien. Für uns war es ein Fest bei den beiden im Habe die Ehre zu Gast gewesen zu sein. Der beste Österreicher der Stadt, er ist nun also ein Marktstandrestaurant in der Arminiushalle.

Das nächste tip Weinmahleins präsentiert von Priceless Berlin findet am 16. November im Spindler am Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer statt.

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