Weinmahleins präsentiert von Priceless Berlin

So war’s im Tulus Lotrek

Klar, das tip Weinmahleins präsentiert von Priceless Berlin führt uns immer an kulinarische Lieblingsorte. Dieses Mal aber gibt es dafür sogar einen handfesten, noch immer druckfrischen Beleg. Das kreativ rechtschreibgebeugte Tulus Lotrek ist unser Lieblingslokal in der aktuellen tip-Speisekarte. Die schönste, warmherzigste und entdeckungshungrigste Eröffnung des vergangenen Jahres. Dazu eine Atmosphäre, die von Kneipe bis Fine Dining, von laut bis leise, von Kiez- bis Hauptstadtküche eigentlich alles wuppt.

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Nur um den Wein mussten sich Maximilian Strohe und Ilona Scholl an diesem Weinmenü-Abend nicht kümmern. Den hatte Lukas Ertl aus Serbien mitgebracht. Und die Winzerin gleich mit, Jovana Antovic vom Weingut Budimir. Ihren im großen Holzfass gereiften Roten aus der Prokupac-Traube, einer autochthonen Rebsorte Serbiens, hatte Stuart Pigott gerade erst in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung als „kleine Sensation“ gefeiert. Die Premiere eines serbischen Weinguts bei einem Weinmahleins präsentiert von Priceless Berlin war für die meisten Gäste wohl auch der erste Kontakt mit serbischen Weinen überhaupt. „Eigenständig“ oder „charakterstark“, so die Kommentare der Gäste. Im Glas hatten sie Reben, die, wenngleich weit im Süden beheimatet, auf bis zu 600 Höhenmeter gewachsen sind. Heiße Tage, kühle Nächte, eine aromenintensive Kombination. Übrigens: Die Weine vom Weingut Bodimir können, in Berlin und im Netz, über Lukas Ertls Weinagentur Samovino (www.samovino.com) bezogen werden.

Die Küche von Max Strohe gibt es indes nur vor Ort. Kreuzberg, Fichtestraße, einfache Holztische, auf die eine komplexe, schlaue, aber nie verkopfte Küche kommt. Morchel und Makrele verstehen sich im Zwischengang prächtig, dazu ein Sud vom Ochsenmark. Im Hauptgang kommt das Lamm aus der Uckermark – und vom Weinmahleins-Partner Havelland Express. Die Melonen dazu wurden im Kaffeemalz gewälzt. Die frische Säure des gratinierten Chavingols passt wunderbar zum Lamm. Klar, ist ja auch ein Schafskäse. Und doch sind es eher die Kontraste, die auf diesem Teller so anziehend wirken.

Charmant war er, dieser Abend, handwerklich und geistreich kuratiert. Er führte an einen Ort, wie er rar und doch für das gegenwärtige kulinarische Berlin so stilbildend ist. Lässig, nie nachlässig. Clever, ohne belehrend zu sein. Undogmatisch und ergebnisoffen. Aber im Ergebnis immer fantastisch gut. Danke Tulus Lotrek für diesen Abend.

Text & Fotos: Clemens Niedenthal

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