Mit Kind

Ferien in Berlin: In den Alpen

Wer hätte gedacht, dass die Berliner ein Volk von Bergfexen sind? Tatsächlich gehört Klettern und Bergsteigen in der Stadt, in der die höchste Erhebung gerade einmal 114,7 Meter misst, zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Doch wie man sieht, wissen sich die Hauptstädter trotzdem zu helfen

KletterkegelKletterrouten im Szenekiez
Die Eiger-Nordwand Berlins liegt mitten in Friedrichshain und war einst ein Bunker, der vor Bomben schützen sollte. Inzwischen klettern hier Menschen aller Altersstufen die Wände des Luftschutzraumes hoch, als sei das Gebäude eigens zu diesem Zweck geschaffen worden. Die Klettergriffe an der Außenfassade des Bunkers werden alle paar Wochen umplatziert, um neue Routen – und Herausforderungen – zu bieten. Wer über mehrere Seillängen hochklettern will, der kann dies auf den vertikalen Routen von bis zu fast 19 Metern tun. Weniger schwindelig, allerdings mitunter über Kopf, geht es auf der anliegenden Boulderanlage in Absprunghöhe zu. Wer Lust auf mehr bekommt, kann sich im Shop mit Literatur und Ausrüstung ausstatten lassen, im angrenzenden Biergarten ist dann wieder Erholung angesagt. 

Kletterkegel Revaler Straße 99, Friedrichshain, Tel. 66 76 68 37, www.derkegel.de
ganzjährig, Mo 14–23 Uhr, Di/So/Feiertage 10–23 Uhr, ­
Eintritt: 6/4,50 Ђ,
Anfahrt: S5, S7, U1, Bhf. Warschauer Straße,

Waldhochseilgarten_Jungfernheide_c_WaldhochseilgartenJungfernheideLuftig gondeln
Wer Gondeln nur aus Venedig kennt und Tarzan nur aus dem Film, der war noch nicht im Waldhochseilgarten Jungfernheide. Während man in einer Holzgondel durch die Lüfte gleitet, schwingen sich, einen Baumwipfel höher, mutige Menschen auf Lianen von Ast zu Ast. Als hätte sich die Erdebene um drei Meter in die Luft verlagert, hat sich inmitten von Baumkronen eine eigene Welt erschlossen. Geschützt mit Karabinern, kann jeder, der eine Höhe von 1,45 Meter greifen kann, seine Trittfestigkeit unter Beweis stellen. Die satt begrünten Äste um einen herum und die schöne Borke des Robinienholzes geben einem das Gefühl, sich vollkommen in die Natur einzufügen. Fast vergisst man, dass man dort oben eigentlich nicht zu Hause ist. Dabei kann sich derjenige, der von Strickleitern über Netze bis hin zu Hängeseilen auf bis zu 17 Metern vorgedrungen ist, mit Fug und Recht Höhenbewohner nennen. Und sich am Ende des Parcours mit einem Base Jump zurück zum Erdboden begeben. Wem nach den zwei bis drei Stunden Aufenthalt der Magen knurrt, der kann sich am historischen Wasserturm eine riesige Zungenpizza bestellen. Softdrinks, leckere Kaffeespezialitäten und Kuchen runden das Angebot ab. 

    
Waldhochseilgarten Jungfernheide
Heckerdamm 260 (Parkeingang Ecke ­Heilmannring), Charlottenburg, Tel. 34 09 48–18, www.waldhochseilgarten-jungfernheide.de
Saison ­März–Oktober, Mo–Fr ab 11 Uhr, Sa/So/Feiertage/Ferien ab 9 Uhr,
Anfahrt: U7 bis Halemweg

 

Freiheit in Friedrichshain
Unzählige Wandmaler haben sich schon auf dem künstlichen Felsen aus Strukturbeton verewigt. Richtig glänzen kann das Gestein jedoch vor allem durch seine sportlichen Werte, denn in Sachen Schwierigkeitsgrad hat er Kletteranfängern wie Fortgeschrittenen einiges zu bieten. Damit hat sich der frei zugängliche Kletterfelsen zum beliebten Geheimtipp in der Boulder-Szene etabliert. Immerhin bietet er drei mal 120 Meter Kletterfläche. Und jede Menge gleich gesinnte Sportfans zum Fachsimpeln. 

Boulderfelsen Friedrichshain Volkspark Friedrichshain, Danziger-/Kniprodestraße, frei zugänglich,
Anfahrt: M10, Haltestelle: Paul-Heyse-Straße

MountMitteUrbane Höhen
Von Weitem mutet es noch harmlos an, das große Netz der unsichtbaren Spinne. Erst beim Näherkommen sieht man, dass ganze Autos, Fahrräder und sogar Menschen in ihr verflochten sind, als hätte ein Sturm alles in seiner Umgebung durcheinandergewirbelt und in die Falle befördert. Am Boden schert sich niemand darum, ein buntes Mischmasch aus Geschäftsleuten, Schülern und chronisch Entspannten genießen einen kühlen Drink in der warmen Mittagssonne. In luftigen Höhen bis zu 13 Metern versuchen sich die mutigen Verstrickten derweil einen Weg durch das Geflecht zu bahnen. Dabei nutzen sie alle Gegenstände, um das Vorwärtskommen zu beschleunigen: Surfboard, Bobbycar, Fässer und Hämmer gleiten, fahren, balancieren, springen. Man tut alles, um das Spinnwerk zu bezwingen. Hat man das geschafft, kann man bei Gegrilltem, Pommes und Salaten oder auf einem der 49 Beachvolleyballplätze sein Adrenalin wieder abbauen. 

Mount Mitte Caroline-Michaelis-Straße 8, Mitte, Tel. 555 77 89 22,
Mo-Fr ab 14 Uhr, Sa/So ab 10 Uhr,
Eintritt: 19/17Ђ,
Anfahrt: S1, S2, S25, Bhf. Nordbahnhof

Mit und ohne Seil
Der Extrembergsteiger Stefan Glowacz hat bereits schwierigste Hürden an den Wänden dieser Welt gemeistert. Trotzdem liegt für ihn die Herausforderung des Erklimmens von Bergen letzten Endes nicht an ihrem Schwierigkeitsgrad, sondern an der Möglichkeit, neue Wege finden zu können. Genug Raum zum Testen der eigenen Kreativität bieten die Flächen der bis zu 15 Meter hohen Außen­türme des Magic Mountain. Doch auch ohne Seil kann man bis auf drei Meter Höhe bouldern. Wem die Sauna zum Entspannen hinterher nicht reicht, der kann sich im nahe gelegenen Sommerbad Humboldthain erfrischen. Oder einfach bleiben und zum Beispiel Pizza, Kuchen und Kaffee genießen. 

Magic Mountain Böttgerstraße 20-26, Wedding, Tel. 88 71 57 90, www.magicmountain.de
Mo, Mi, Fr 12–24 Uhr, Di, Do 10–24 Uhr, Sa/So/Feiertage 10–22 Uhr,
Eintritt: 15/12/7 Ђ, Anfahrt: S1, S2, S25, S41, S42, U8,
Bhf. Gesundbrunnen

Climb_upSchussfahrt durchs Grüne
Vom S-Bahnhof Heiligensee sind es nur rund 500 Meter, schon ist man am Hochseilgarten angekommen. Hier kann man seine Füße bis zu sechs Meter hoch vom Boden abheben – auf dem Gipfel des hiesigen Parcours. Doch bevor es in die Höhe geht, erfolgt die Einweisung durch die freundlichen und auf Sicherheit bedachten Mitarbeiter. Insgesamt 15 Etappen können hier bewältigt werden. Wer auf Normalnull ein Meister des Skateboardings ist, der wird sein Sportgerät in einigen Metern Höhe ganz neu kennenlernen. Aber man kann auch in einer Gondel von Baum zu Baum fahren, über Hängebrücken trippeln oder eine Abfahrt von 180 Metern erleben. 


Climb Up Henningsdorf Ruppiner Chaussee 99, Hennigsdorf, Tel. 810 38 10 12, 0152 56 78 89 92, www.climbup.de
Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa/So/Feiertage 10–20 Uhr,
Eintritt: Mo–Fr 16/13 Ђ, Sa/So/Feiertage 18/15 Ђ,
Anfahrt: S25 Bhf. Heiligensee (7 Min Fußweg),

Texte: Mina Sheykohleslami
Fotos: Benjamin Pritzkuleit, Waldhochseilgarten Jungfernheide, Climb Up

 

weitere Boulder- und Klettermöglichkeiten + Plätze zum Skaten:

Longboards, Skateboards, Windskaten: Berlin – Stadt auf Rollen

 

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