Blues

Son Little spielt im Bi Nuu

Son Little klingt nach Louisiana, New York, Detroit, Philadelphia und L.A.

Foto: Live Nation

Seine Mission lautet: aus den klassischen Americana-Zutaten etwas Neues kochen. In der Stimme von Son Little, bürgerlich Aaron Livingston, spiegeln sich die Sümpfe Louisianas und in seinen Worten die Urbanität New Yorks wieder, während sein Klang durch Detroit, Philadelphia und L.A. geprägt ist, also R’n’B mit Hip-Hop verschmilzt. Völlig normal für einen Musiker, der mit den Roots und dem Electro-Künstler RJD2 als Icebird gearbeitet hat, bevor er 2015 sein Solo-Debüt realisierte. ­Darauf zeigte er dann, wie tief er letztlich dem Blues verpflichtet ist, wie gut sich sein Weltschmerz darin aufgehoben fühlt und wie einfallsreich er das klassische Format in neue Dimensionen führt.

Sein „Loser Blues“ hat die Größe eines Traditionals. „Genres haben mir nie etwas bedeutet, ich vermische einfach alles“, sagt Son Little und vereint seine Prägung durch Nirvana, Nas und John Coltrane oder auch Prince, Stevie Wonder und Jimi Hendrix in gelegentlich heftigen Rockriffs. Ganz konkret wurde seine Verehrung für den Gospelsoul von Mavis Staples, als sie gemeinsam 2015 die EP „Your Good Fortune“ einspielten – mit zwei seiner Songs neben Originalen von Pops Staples und Blind Lemon Jefferson, die signifikant für das Repertoire der legendären Staple Singers stehen. Eine Auszeichnung für den Newcomer! Fürs zweite Album „New Magic“ nun zog es Son Little nach Australien. Dort lieh er sich vom Aborigine-Songwriter Gurrumul eine Gitarre und fand Inspiration in der Einsamkeit des Outbacks. Denn trotz aller Erbschätze zählen am Ende die Qualität der Songs und ihre Unverwechselbarkeit.

Bi Nuu im U-Bhf. Schlesisches Tor, Kreuzberg, Fr 8.12., 21 Uhr, VVK 23 €

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