Kino & Film in Berlin

„Sonic Mirror“ von Mika Kaurismäki im Kino

Der Schlüssel der Kommunikation: "Sonic Mirror" porträtiert die Aktivitäten des amerikanischen Jazzschlagzeugers Billy Cobham.

Seit Jahren schon scheint der finnische Regisseur Mika Kaurismäki seine filmische Behausung im Bereich der Musikdokumentation gefunden zu haben – vor allem, wenn er darin einen Bezug zu seiner Wahlheimat Brasilien herstellen kann. Selbige ist folglich auch wieder in der Doku „Sonic Mirror“ präsent, in deren Zentrum der amerikanische Jazzschlagzeuger Billy Cobham steht, der sich beim gemeinsamen Trommeln mit schwarzen brasilia­nischen Kindern in einer Favela von Bahнa auf die Suche nach seinen (und ihren) afrikanischen Wurzeln macht.
Es ist das Glück des Films, dass Kaurismäki sich gar nicht an einem herkömmlichen Porträt versucht, das bieder die Karrierestationen des berühmten Musikers abarbeitet. Zwar gibt es auch schöne Aufnahmen von Cobham, wie er gemeinsam mit seinem alten Vater („ohne Drums passiert musikalisch gar nichts“) von den musikalischen Einflüssen in seiner Kindheit berichtet, doch im Zentrum des Films steht neben den brasilianischen Szenen insbesondere Cobhams musiktherapeutische Arbeit mit Autisten in der Schweiz.
Denn auch mit jenen Menschen, denen es so schwer fällt, mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten, macht er gemeinsam perkussive Musik – und belegt dabei recht eindrucksvoll seine These von der Musik als einem universellen Schlüssel zur Kommunikation.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Sonic Mirror“ im Kino in Berlin

Sonic Mirror, Schweiz/Finnland/Deutschland 2007; Regie: Mika Kaurismäki; mit Billy Cobham, Randy Brecker, Wil­­liam E. Cobham sen.; Farbe, 79 Minuten

Kinostart: 15. Oktober

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