65 Jahre Mauerbau

In einer Nacht- und Nebelaktion begann die DDR-Regierung am 13. August 1961, die Grenze zu West-Berlin abzuriegeln. Die Fluchtbewegung Richtung Westen sollte so beendet und die staatliche Souveränität der DDR manifestiert werden. Weit über 10.000 Volks- und Grenzpolizisten rissen über Nacht die Straßenpflaster auf, errichteten aus Asphaltstücken und Pflastersteinen Barrikaden und zogen Stacheldraht durch die Stadt.Als die Berliner:innen an diesem Sonntagmorgen 1961 erwachten, war die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin nicht mehr passierbar und wurde bewacht. Straßen sowie S- und U-Bahn-Trassen, die am Tag zuvor noch über die Sektorengrenze führten, waren unterbrochen. Unzählige Menschen versammelten sich an den Absperrungen, beobachteten mitunter fassungslos das Geschehen und versuchten, mit Angehörigen auf der anderen Seite der Grenze Kontakt aufzunehmen. In Ost-Berlin suchten viele nach noch ungesicherten Lücken, um in den Westen der Stadt zu gelangen.
Diese Ereignisse liegen 65 Jahre zurück. Anlässlich des Jahrestages wird vom 13.-16. August eine Open-Air-Ausstellung und eine Installation am Brandenburger zu sehen sein, begleitet von einem stadtweiten Programm mit über 50 Veranstaltungen.

So setzt sich z.B. die Lesung aus dem Buch „Mauerpogo“ von Sonja M. Schultz mit Queerness, Punk und Widerstand in der DDR auseinander. Das vom Bundesarchiv veranstaltete Campus-Kino in der ehemaligen Stasi-Zentrale erzählt mit dem Dokumentarfilm „Tunnel der Freiheit“ die Fluchtgeschichte von 29 Ostberliner:innen. Diverse Führungs- und Live-Speaking-Angebote in der Bernauer Straße, im Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt, der Gedenkstätte Günther Liftin, der East Side Gallery und an weiteren Orten in der Stadt vermitteln unterschiedliche Blickwinkel und historische Aspekte der deutschen Teilung. In der Ausstellung „Wo Kolibris schwimmen“ in der Gedenkstätte Berliner Mauer befasst sich die Künstlerin Marie Jeschke mit Fluchtversuchen über die Ostsee. Das asisi Panorma ermöglicht eine immersive Auseinandersetzung mit dem Leben an der Mauer und mit den Berliner Unterwelten geht es in einen erhaltenen Fluchttunnel, geführt von Zeitzeug:innen.

Das ganze Programm und alle Infos gibt es unter www.mauerbau65.berlin
Ein Projekt von Kulturprojekte Berlin und der Stiftung Berliner Mauer, in Kooperation mit dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Ermöglicht durch Mittel des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der LOTTO-Stiftung Berlin.
