ABO
Anzeige

Campus-Kino. Filme in der Stasi-zentrale 2026

Geschichte erleben, wo sie geschrieben wurde: Vom 3. bis 27. August 2026 verwandelt sich der Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg bereits zum siebten Mal in ein Open-Air-Kino.
Text: tipBerlin Marketing
Veröffentlicht am: 08.07.2026
Home » Spezial » Campus-Kino. Filme in der Stasi-zentrale 2026
Bundesarchiv / SOUNDTRACK OST
Foto © bundesfoto/Bernd Lammel 

Das Campus-Kino verbindet preisgekrönte Spiel- und Dokumentarfilme mit Gesprächen, Zeitzeug:innen, Führungen und Ausstellungen – direkt am historischen Ort der ehemaligen DDR-Staatssicherheit.

Zwölf Filmabende erzählen von Flucht und Mauerbau, Opposition und Friedlicher Revolution, Stasi und Überwachung, Musik, Literatur und dem Leben nach 1989. Die Mischung reicht von aktuellen Produktionen bis zu Filmklassikern und selten gezeigten Dokumentarfilmen.

Wilma will mehr: © Neue Visionen Filmverleih

Eröffnet wird das Festival am 3. August mit „Wilma will mehr“. Der neue Spielfilm von Maren-Kea Freese erzählt mit Humor und Wärme vom Neuanfang einer Frau aus der Lausitz nach der Wiedervereinigung. Im anschließenden Gespräch wird der gesellschaftliche Wandel Ostdeutschlands eingeordnet.

Zu den Höhepunkten zählt außerdem „Spione unter uns“, ein aktueller Dokumentarfilm über den ehemaligen DDR-Häftling Peter Keup, der Jahrzehnte später den Verrat in der eigenen Familie aufarbeitet. Mit „Tunnel der Freiheit“ erinnert das Campus-Kino an den Mauerbau und die spektakuläre Flucht von 29 Menschen durch einen selbst gegrabenen Tunnel im Jahr 1962.

Tunnel der Freiheit: © SWR / NBC / National Archives

Musikfans erwartet gleich zwei besondere Abende: „Die Akte Lindenberg – Udo und die DDR“ blickt hinter die Kulissen von Udo Lindenbergs legendärem DDR-Konzert 1983. Der DEFA-Klassiker „flüstern & SCHREIEN – Ein Rockreport“ gilt bis heute als das eindrucksvollste Filmdokument über die DDR-Rockszene mit Bands wie Feeling B, Silly und Sandow.

flüstern & SCHREIEN: © DEFA-Stiftung / Tina Bara

Weitere Höhepunkte sind Margarethe von Trottas Mauerdrama „Das Versprechen“, Andreas Dresens Verfilmung von Clemens Meyers Roman „Als wir träumten“, der Spionagethriller „Zwei Leben“, Gerd Kroskes neuer Dokumentarfilm „Stolz und Eigensinn“, Markus Imbodens Brigitte-Reimann-Porträt „Hunger auf Leben“, die berührende Ost-West-Liebesgeschichte „Herr Schmidt und Herr Friedrich“ sowie der Abschlussabend mit Wolfgang Beckers Publikumserfolg „Good Bye, Lenin!“.

Good Bye, Lenin!: © X-Verleih

Das Campus-Kino ist weit mehr als eine Filmreihe. Vor nahezu jeder Vorstellung finden thematische Führungen durch das Stasi-Unterlagen-Archiv, das historische Gelände oder das Stasimuseum statt. Hinzu kommen Beratungen zur Einsicht in Stasi-Unterlagen, die Ausstellungen „Einblick ins Geheime“ und „Revolution und Mauerfall“ sowie die Sonderausstellung „Freiheit für alle Beatfans!“ zur Leipziger Beatbewegung.

Auch Familien sind eingeladen: Beim Kinder-Campus-Kino laufen unter anderem „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte“, „Der Pfad“, „Dounia und die Prinzessin von Aleppo“ und „Zirkuskind“, ergänzt durch Führungen und kreative Mitmachangebote.

Campus-Kino: © Bundesarchiv, Stange

Programm des Campus-Kino 2026

Mo | 03.08. | Wilma will mehr | Regie: Maren-Kea Freese | 112 Min., 2025 | Eine Frau aus der Lausitz wagt in Wien einen Neuanfang.

Di | 04.08. | Spione unter uns | Regie: Jamie Coughlin Silverman, Gabriel Silverman | 94 Min., 2025 | Ein ehemals Stasi-Verfolgter deckt Familienverrat und das System der Überwachung auf. Mit engl. UT

Do | 06.08. | Herr Schmidt und Herr Friedrich | Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken | 70 Min., 2001 | Tragikomische Dokumentation über die Ost-West-Liebe eines schwulen Paares.

Mo | 10.08. | Das Versprechen | Regie: Margarethe von Trotta | 115 Min., 1994 | Melodram über ein Paar, das durch den Mauerbau getrennt wird und dennoch aneinander glaubt.

Di | 11.08. | Als wir träumten | Regie: Andreas Dresen | 117 Min., 2015 | Spielfilm nach Clemens Meyers Roman über eine Leipziger Jungs-Clique zur Wendezeit.

Do | 13.08. | Tunnel der Freiheit | Regie: Marcus Vetter | 95 Min., 2021 | Preisgekrönte Dokumentation: 29 Menschen wagen 1962 eine spektakuläre Flucht aus der DDR.

Mo | 17.08. | Zwei Leben | Regie: Georg Maas | 97 Min., 2012 | Thriller über Lebensborn-Kinder, Stasi-Spionage in Norwegen und Identitätssuche nach dem Mauerfall.

Di | 18.08. | Die Akte Lindenberg – Udo und die DDR | Regie: Reinhold Beckmann, Falko Korth | 59 Min., 2010 | Dokumentation über Udo Lindenbergs legendären Auftritt 1983 im Palast der Republik.

Do | 20.08. | Stolz und Eigensinn | Regie: Gerd Kroske | 113 Min., 2025 | Frauen erzählen von Selbstbehauptung, Umbruch und ihrem Arbeitsalltag in DDR-Großbetrieben.

Mo | 24.08. | Hunger auf Leben | Regie: Markus Imboden | 95 Min., 2004 | Spielfilm über das Leben der DDR-Schriftstellerin Brigitte Reimann.

Di | 25.08. | flüstern & SCHREIEN – Ein Rockreport | Regie: Dieter Schumann | 120 Min., 1988 | Rockreport über die Underground-Musikszene der DDR mit Feeling B, Sandow und Silly.

Do | 27.08. | Good Bye, Lenin! | Regie: Wolfgang Becker | 121 Min., 2003 | Alex lässt die DDR für seine kranke Mutter wieder auferstehen, um den Mauerfall zu verheimlichen. Mit engl. UT

Bundesarchiv / SOUNDTRACK OST
Foto © bundesfoto/Bernd Lammel

Veranstalter sind das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv, der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Robert-Havemann-Gesellschaft. Alle Filmabende beginnen um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Alle Infos findet ihr hier!