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Neubau der neuen Fußball-Arena in Brandenburg

Der Hertha-BSC möchte ein neues Fußballstadion. Die Entscheidung über den genauen Standort wird dabei bewusst offen gehalten. Erst Ende Februar soll dem Verein die fertige Studie zum Neubau vorliegen. Das Architekturbüro gmp, welches sich mit den Planungen befasst, war auch an den Entwürfen zu den Flughäfen Tegel und BER, sowie dem neuen Olympiastadium beteiligt. In der Studie soll herausgearbeitet werden, an welchem Standort das Stadion umsetzbar wäre.

Noch spielt Hertha im Olympia-Stadion. Doch ab 2025 könnte sich das ändern.
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Wunschort weist Probleme bei der Umsetzung auf

Als Wunschstandort des Hertha BSC gilt das Olympiagelände. Das Olympiastadion selbst wurde erst für die Weltmeisterschaft 2006 umgebaut und nach den Anforderungen der FIFA, DFB und Hertha gestaltet. Dem Hertha ist die Miete aber nun auf Dauer zu teuer. Zudem kommt, dass die Ränge im Olympiastadion nur halb besetzt sind. Das Stadion ist für eine zu große Zuschauermenge konzipiert.

Doch von Seiten des Landesdenkmalamts hagelt es Kritik. Ein zweites Stadion in unmittelbarer Nähe zum Olympiastadion mindere die Bedeutung des Olympiastadions. Durch die zusätzliche Konkurrenz könnte zudem der Zulauf für das Olympiastadion abnehmen und dessen Existenz gefährdet werden. Bartsch, der Pressesprecher des Kultursenators Lederer erklärte daher dazu „Von Seiten der Denkmalpflege ist ein Neubau eines Stadions auf dem Gelände des Reiter- oder des Hockeystadions abzulehnen“ (Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/neubauplaene-fuer-eine-arena-hertha-will-angeblich-neben-dem-olympiastadion-bauen/19300418.html).

Hertha schließt Bau in Brandenburg nicht aus

Daher schaut sich Hertha auch in der angrenzenden Region um. Auch Brandenburg will der Erstligist der Bundesliga nicht ausschließen. Allerdings sehen dies vor allem die BSC-Fans kritisch. Lampe, als langjähriger BSC-Fan erklärt: „Der BSC gehört nach Berlin. Wenn ich meine Tipps für die Bundesliga abgebe, will ich nicht lesen, dass er jetzt in Brandenburg spielt!“

Andere Fans wollen ihre Dauerkarte abgeben, wenn Hertha nach Brandenburg wechselt. Und mit ihrer Meinung stehen sie nicht alleine da. Die politische Prominenz sieht es ganz ähnlich.

Ein reines Fußballstadion wäre für den Bundesligisten wirtschaftlicher.
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Innensenator Andreas Geisel von der SPD äußerte sich skeptisch: „Jetzt Geld auszugeben an anderer Stelle, um ein neues Stadion zu bauen, ich bin da zurückhaltend. Ich glaube auch nicht, dass es von den Fans in dieser Art und Weise goutiert wird. Hertha ist ein Berliner Verein und gehört nach Berlin.“

Ebenso Wowereit, Berlins ehemaliger Bürgermeister, sagte gegenüber dem rbb, dass er sprachlos sei, dass Hertha auch nur auf die Idee komme Berlin zu verlassen. Er könne verstehen, dass Bertha ein reines Fußballstadion möchte. Allerdings könne er es nicht verstehen, wenn der Verein dazu aus Berlin weggeht. Er wäre auch durchaus bereit dies im Rahmen einer Demo mit anderen Fans deutlich zu machen.

Noch läuft der Mietvertrag

Der Mietvertrag mit dem Betreiber des Olympiastadions wurde erst letztes Jahr noch verlängert. Ursprünglich war vom Betreiber eine Laufzeit von 15 Jahren vorgesehen. Dass der Mietvertrag jetzt nun erstmal nur bis 2025 läuft zeigt, dass Hertha sich lieber schon früher als später trennen möchte.

Mit ein wesentlicher Grund, der die Idee eines eigenen Fußballstadions verfestigte, waren auch die preislichen Vorstellungen des Betreibers. Fast doppelt so viel an Miete sollte Hertha nun zahlen. Statt der bisherigen 3,5 Millionen pro Saison sollten es nun 7,5 Millionen werden. Letztendlich konnte sich auf einen Betrag von 5,25 Millionen geeinigt werden.

Somit hat sich das Ziel von einem Neubau verfestigt. Langfristig gesehen ist es die wirtschaftlichere Lösung für den Verein. Und durch die Laufzeit bleibt Hertha genug Zeit für Kostenstudien und Planungen. Sie müssen nichts übers Knie brechen.

Die Zeit wird allerdings auch benötigt, um noch nach weiteren Investoren zu suchen. Zumindest ein weiterer wird benötigt.

Ein erster Investor ist bereits 2014 eingestiegen. Die Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P beteiligte sich mit 20 Millionen Euro an zehn Prozent der Anteile. Noch einmal das Dreifache der Summe wurde in Investitionen gesteckt.

Hertha zahlt 47 Millionen an seine Spieler.
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Doch für den neuen Bau werden voraussichtlich weitere Kosten in dreifacher Millionenhöhe entstehen. Ohne einen weiteren Investor könnte es für Hertha schwierig werden, das Projekt zu stemmen. Sollte sich die Suche nach einem Investor schwierig gestalten, hätte Hertha noch die Option den Mietvertrag um fünf weitere Jahre zu verlängern.

Dreistelliger Millionen-Etat

Dreistellig ist nicht nur der geplante Bau, sondern auch der Etat, den Hertha für 2016/2017 auf den Tisch legt. Ausgaben von 102,1 Millionen Euro stehen Einnahmen von 102,3 Millionen gegenüber. Gut 40 Prozent davon stammen aus TV-Geldern.

Für die Fußballspieler wird diesmal noch mehr ausgegeben als die vorangegangenen Jahre. Knapp 47 Millionen macht diesen Posten aus. Damit sich das ganze rechnet, wurde von einer Zuschauermenge von durchschnittlich 49.500 Personen ausgegangen und dass die Spieler die dritte Pokalrunde erreichen.

Damit die Kosten auf Dauer tragbar bleiben, muss also tatsächlich etwas geschehen. Bisher ist Hertha der einzige Bundesligist, ohne ein reines Fußballstadion. Eine Fassungskapazität von 50.000 bis 60.000 Menschen wäre dabei ideal. Die Fans wären näher dran, Stimmung und Atmosphäre würden sich verbessern. Nicht zuletzt würden auch die Spieler selbst von der Stimmung profitieren und möglicherweise noch bessere Ergebnisse erzielen. Aber für die nächsten Jahre spielt Hertha erst mal noch im Olympia-Stadion.

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