Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung
Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung

Blick auf die Hausgeschichte und Museumssammlung
Zu Beginn steht die eigene Hausgeschichte und Museumssammlung im Mittelpunkt: Als repräsentatives Waffenarsenal der preußischen Könige im frühen 18. Jahrhundert errichtet, befand sich ab 1883 die „Ruhmeshalle der brandenburgisch-preußischen Armee“ im Zeughaus. Zu seiner weiteren Geschichte gehört im 20. Jahrhundert die Beanspruchung zunächst durch das nationalsozialistische Regime als Heeresmuseum, die Zwischennutzung durch die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg und ab 1952 die Rolle als zentrales sozialistisches Geschichtsmuseum der DDR, dem Museum für Deutsche Geschichte. Mit der Wiedervereinigung 1990 übernahm das drei Jahre zuvor in West-Berlin gegründete Deutsche Historische Museum das Zeughaus und seine Sammlungen, ergänzt 2003 durch die postmoderne Ausstellungshalle des chinesisch-amerikanischen Architekten I. M. Pei. In diesem Teil der Ausstellung sind Objekte und Konvolute zu sehen, die stellvertretend für das Geschichtsbild der jeweiligen Epoche stehen – Exponate hatten immer auch eine politische Bedeutung.

Orte, Schauplätze und Regionen
Im zweiten Teil der Ausstellung rücken Orte, Schauplätze und Regionen in den Fokus. Ausgewählte Objektgeschichten erzählen von umkämpften Herrschaftsräumen und höfischer Diplomatie, von Kolonisierung und der Erschließung neuer Handelsrouten ebenso wie von verschwundenen Orten, von Grenzen, Flucht und Exil. Zu den präsentierten Exponaten zählen herausragende Kunstkammerobjekte wie ein „Gästebuch aus Glas“ – der mit 30 Namen, Jahreszahlen und Devisen gravierte Willkomm-Becher der Grafen Oettingen – oder eine auf Pergament gedruckte zweibändige Lutherbibel von 1535, die von den Konflikten zwischen Katholiken und Protestanten zeugt. Für den Wandel eines Industriezweiges und einer ganzen Region stehen schweres Arbeitsgerät und die Ausrüstung eines Bergmanns der Zeche Prosper Haniel in Bottrop, die 2018 als letztes aktives Steinkohlebergwerk in Deutschland ihre Tore schloss. Von Fluchtbewegungen und „Objektmigrationen“ erzählen zwei gegensätzlich Objektgeschichten: ein komplettes Biedermeier-Interieur, das seit der Flucht seines Vorbesitzers während des Zweiten Weltkrieges eine wechselvolle Odyssee erlebte, und ein zum Etagenbett umgerüstetes IKEA-Bettgestell aus einer 2015 eingerichteten Kasseler Unterkunft für Geflüchtete – versehen mit Kinderzeichnungen, die von der lebensgefährlichen Flucht per Boot zeugen.
Die Ausstellung läuft bis zum 31. Oktober 2027.
Alle infos findest du unter www.dhm.de!
