Sportdrama

„Spielmacher“ im Kino

Handwerklich gut gemachter Krimi mit Frederic Lau in der Rolle eines mit seiner Vergangenheit hadernden Ex-Fußballers

Warner Brothers/ Gordon Timpen

Gerade aus dem Gefängnis gekommen, gerät der gebürtige Kroate Ivo gleich wieder auf die schiefe Bahn. Er heuert als Geldbote für einen kroatischen Gangsterboss an, wird per Brandzeichen zum vollwertigen Gangmitglied befördert und in die Familie des verschlagenen Chefs eingeführt, der ihn damit eng an sich binden will. Erwartungsgemäß geraten die beiden Männer böse aneinander.

Die Handlung dieses handwerklich gut gemachten Gangsterfilms mit doppeldeutigem Titel ist nach gängigem Genremuster gestrickt. Das Thema der Story ist weniger geläufig, obwohl es in der Vergangenheit schon für Schlagzeilen sorgte: Es geht um Wettbetrug, um Schiebung beim Fußball durch bewusstes Fehlverhalten bestochener Spieler oder parteiisch pfeifender Schiedsrichter. Fern-Wetten auf europäische Regional- oder Amateurligaspiele sind besonders bei glücksspielversessenen Chinesen beliebt.

Dieser Krimi punktet vor allem dank des charismatischen Spiels der beiden markanten Hauptdarsteller. Der Steglitzer Frederick Lau verkörpert zurückhaltend und doch eindringlich den mit seiner Vergangenheit hadernden Ex-Stürmer Ivo, ein Loser, der auf eine zweite Chance hofft. Ganz stark der Wiener Burgschauspieler Oliver Masucci, im Kino bekannt geworden als Adolf Hitler in der Satire „Er ist wieder da“. Mit einschüchternder Ausdrucksstärke und einprägsamer Physiognomie verleiht Masucci dem Balkan-Mafioso mephistophelisches Format.

Spielmacher D 2018, 95 Min., R: Timon Modersohn, D: Frederick Lau, Oliver Masucci, Antje Traue, Mateo Wansing Lorrio, Start: 12.4.2Spielmacher von Timon Modersohn

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